In the Mix: DJ Nu-Mark – „Nu Crack City“ & „20 Birthdays, 5 Turntables“

Zwei begnadete Sets von DJ Nu-Mark alias Uncle Nu, dem DJ und Produzenten von Jurassic 5: Das eine ist vor ein paar Wochen als Geburtstagsgeschenk für 20 19 Künstlerinnen an 5 Decks entstanden. Nu-Mark mixt sich durch eine wilde Mischung an Original- und Sampleversionen von Quincy Jones über Rihanna bis hin zu Kurt Cobain (das Nirvana-Cover am Ende echt ein Knaller):

Das andere ist ein Mix, den Nu-Mark schon 2015 ins Netz stellte. Im ähnlichen Stil wie der Geburtstags-Mix, aber auf eine Stunde ausgedehnt.

This mix incorporates some multi-tracks, unreleased skits with a garnish of new and old music. This mix is intended to make a long car ride breeze by in a flash. Enjoy!

In the Mix: Ghost Notes – Love Harder Podcast Februar 2015

Eine neue Mixtur, die ich für die Münchner Kollegen von Love Harder Records zusammengestöpselt habe. Der Mix ist an den heimischen Plattenspielern in Berlin entstanden und die Tracklist verrät, dass es wieder einmal eine recht internationale Angelegenheit geworden ist: Es sind Labels aus Holland, Russland, Australien, UK, Österreich, Deutschland und den USA dabei, was ich sehr schön finde. Die meisten Tracks sind aktuelle Favourites von mir, vorwiegend funky, disco und soulful House. Kleiner persönlicher Leckerbissen: die letzte Nummer von Mark Rae im Kraak & Smaak Remix, das Orgelsolo ist einfach großartig und fetzt seit 2004!

Der Podcast lief bei sceen.fm und bei Dradio Wissen in der Sendung „Club der Republik“, jetzt online bei Soundcloud.

 

Tracklist:

Andy Hart – The Same for Me [Heist]
Daniel Lesemann – Time to go [Outplay]
Shyam – Making Love [Fox Trax]
Harvey Sutherland – Bamboo [Voyage]
Dan Shake – Out of Sight [Black Acre]
Hyenah – Tale from the Dirt [Freerange]
Schmutz – Shu [4 Lux]
Willie Colon – La Banda (Roman Rauch Rerub)
Theo Parrish – Cypher Delight [Sound Signature]
Percussions – KHLHI [Text]
Glenn Astro – The Power (Medlar Remix) [WotNot]
Mark Rae – Medicine (Kraak & Smaak Remix) [Grand Central]

Diskotheken-Monitoring bei GEMA und GTI

Diskotheken-Monitoring bei GEMA und GTI

In meinem ersten Artikel für das Blog netzpolitik.org setze ich mich mit aktuellen Entwicklungen im Bereich des Diskotheken-Monitorings auseinander: Die GEMA kooperiert seit Anfang des Jahres 2015 mit einem neuen Anbieter, wobei das technisch-statistische Verfahren das gleiche bleibt und Vertreter aus dem „Underground“ wie Clubbetreiber und Produzenten damit nach wie vor benachteiligt werden. Mit dem Geo Tracking Identifier (GTI) wird derzeit jedoch ein System entwickelt, das in der Lage ist, vollständig und Track-genau die in den Clubs abgespielte Musik zu erfassen. Etwaige Hochrechnungen würden damit nahezu obsolet werden. Möglicherweise ließe sich ein Track-genaues Abrechnungssystem auch dafür nutzen, Remixes und Sample-basierte Musik für eine gerechte Vergütung von Rechteinhabern und Remixern zu nutzen.

Diese Infografik von GTI skizziert das technische Verfahren von GTI:

GTI-Screenshot

Inside/out in der DJ-Booth

Inside/out in der DJ-Booth

Grafik von Johanna Fleischer

„Werft Eure Hände in die Luft…“

Bisweilen lässt sich bei Open Air Parties mit Techno-Musik, die sich im Berliner Sommer besonders gut in freier Wildbahn studieren lassen, ein außergewöhnlicher Moment beobachten. Ich meine diesen besonderen Moment, wenn die Sound hungrige Crowd, auch wenn sie sich bereits seit Stunden auf der Tanzfläche als kollektive „Wunschmaschine“ (Deleuze/Guattari) verausgabt hat, immer noch nach mehr giert. Denn sie ist in einem besonderen Zustand, vielleicht auch von einem anderen Stern. Gewöhnt an die stundenlange Tanzerei auf den immer gleichen „Four-to-the-floor“-Rhythmus und vermutlich mittlerweise auch zu zwei Dritteln taub, fordert die Menge nach mehr. Mehr Lautstärke, mehr Bass, mehr Sound, mehr von dem großen Gemeinschaftsgefühl, wenn der Beat erneut reinknallt und alle zum Jubeln die Hände in die Luft schmeißen. Doch was sollen die DJs hinter den Decks tun, die die Potis am Mischpult, den ständigen Forderungen nachgebend, bereits zum Anschlag aufgedreht haben, die Anlage bereits am Limit ihrer Leitsung arbeitet? In vielen Fällen versuchen die Techniker oder Organisatoren noch mehr aus dem Verstärker und den Boxen rauszuholen oder bemühen sich anderer Tuning-Tricks. Doch eines lässt sich heutzutage eher selten beobachten: dass der DJ die ihm zur Verfügung stehenden Monitorboxen – die eigentlich nur für ihn aufgestellt wurden, dass er auch präzise und ungestört vom Geschrei der Meute hören kann – dass er diese seine Monitorboxen in Richtung Tanzfläche dreht, um die Crowd an der Lautstärke „seiner“ Musik teilhaben zu lassen. Wenn es eine gute Party ist, sie sich also dadurch auszeichnet, dass immer mehr gewollt wird, dass es nicht genug sein kann, dann wird dieser Moment von extatischem Jubel und affirmativem Gepfeife begleitet und kann der Feier nochmal zu neuem Schwung verhelfen.

„…und fangt sie wieder auf!“ (5 Sterne Deluxe)

Warum ist das alles aber bemerkenswert? Klar, es ist eine Randnotiz zu einer kleinen Beobachtung, aber manchmal sind die kleinen Außergewöhnlichkeiten ja die besten Indikatoren, um das Gewöhnliche zu bestimmen. Wie gesagt, im Normalfall und je nachdem, wie improvisiert so eine Open Air Party ist, wird das Setup zwischen den Boxen für’s Publikum und den Monitorboxen für die Künstler getrennt. Sean Nye, ein Musikwissenschaftler aus den USA, hat diese Kultur der separierten DJ-Booth genauer untersucht. Er machte die interessante Feststellung, dass das Tragen von Kopfhörern bei DJs und das damit verbundene, exklusive (Vor-)Hören der Musik, zu einer besonderen, auch räumlich separierten Stellung des DJs beiträgt. Der DJ muss die Musik, die er spielen will, normalerweise auf seinem Kopfhörer vorhören, um die Stücke für den Mix in Geschwindigkeit und Klang anzugleichen. Das kann er nur, wenn er weiß, was im nächsten Stücken passiert. Beim Übergang selbst überprüft er gleichzeitig, ob sein angedachter Mix sich auch tatsächlich so anhört, wie er sich das vorgestellt hat. Durch das präzise auditive Abgleichen mithilfe der Monitorboxen kann er flink korrigieren und den Mix vollziehen. Der Kopfhörer, der räumlich markierte Bereich hinter den Decks, der separate Bereich durch die Monitorboxen und manch andere Dekorationsdetails stellen den exklusiven Bereich des DJs sicher und leisten damit ihren Beitrag für das Gelingen der Musik. Insofern ist es nicht verwunderlich, wenn die Meute jubelt, dass ihnen die Monitorboxen zugedreht werden und es dadurch wieder etwas lauter wird. Der DJ hat sich dafür entschieden, auf ein bisschen seiner Exklusivität zu verzichten, zugunsten eines weiteren Partyschubs, indem er für das maschinelle Verhältnis zwischen Musik, DJ und Tanzfläche ein weiteres Scheit in den Ofen wirft.

Referenzen:

  • Deleuze, Gilles/Guattari, Felix (1997): 1000 Plateaus. Übersetzt von G. Ricke und R. Voullie. Berlin: Merve.
  • Eshun, Kodwo (1999): Heller als die Sonne. Übersetzt von D. Dath. Berlin: ID-Verlag.
  • Nye, Sean (2011): Headphone-Headset-Jetset. DJ Culture, Mobility and Science Fictions of Listening in: Dancecult: Journal of Electronic Dance Music Culture 3(1): S. 64–96. Online.
  • Poschardt, Ulf (1997): DJ Culture. Diskjockeys und Popkultur. Reinbeck bei Hamburg: Rowohlt.

Dies ist eine geringfügig veränderte Version des Textes, der ursprünglich im 2. Printmag des Circus Homo Novus‘ erschienen ist. Weitere Infos und Bezugsmöglichkeiten für das „CMAG 2“ gibt es unter folgendem Link

 

17.04.2014: Remix und Sampling bei „Noises“ in Koblenz

Am 17. April 2014 bin in Koblenz eingeladen, um im Rahmen der Noises /ˈnɔɪzɪz/ Reihe einen Vortrag über „Remix und Sampling“ zu halten. In dem Vortrag möchte über die Innovation des Samplings und seine historische Entwicklung, aber auch über den Zusammenhang von Kreativität und Urheberrecht sowie über die Kampagne „Recht auf Remix“ sprechen. Anschließend wird der Remix-Film „R.I.P.! A Remix Manifesto“ gezeigt und es gibt zum Ausklang der schönen Veranstaltung noch eine Silent Disco, wo ich auch auflegen werde… Die Jungs und Mädels von Noises /ˈnɔɪzɪz/ haben letztes Jahr im Juni schon ein spannendes dreitägiges Festival mit dem gleichen Namen auf die Beine gestellt und nun eine monatliche Reihe zu Klang- und Remixkulturen konzipiert, die mit der Veranstaltung zu Remix und Sampling starten wird. Da ist natürlich große Vorfreude meinerseits, auch auf die Silent Disco, das wird auch für mich eine Premiere!

Plakat-noises-A3_web

Aus dem Ankündigungstext:

„Im April startet die /ˈnɔɪzɪz/-Veranstaltungsreihe mit dem Thema Remix und Sampling: DJ-Lecture des Diplomsoziologen und DJs Georg Fischer, Film, DJ-Set. 

Der Berliner DJ und Soziologe Georg Fischer wird in das Thema mit einem multimedialen Vortrag, quasi einer DJ-Lecture, einführen. Da er sowohl seine Diplomarbeit über „Kreativität und Innovation des Sampling“ geschrieben hat, als auch nebenbei unter seinem DJ-Pseudonym Ghost Notes Parties veranstaltet, ist er der ideale Mann für den Job. Unter anderem wird also das kreative Potential aufgezeigt, aber auch die medienrechtlichen und medienethischen Probleme werden nicht unter den Tisch gekehrt. Thematisiert werden auch die Sounds der jeweiligen Technologien, wie zum Beispiel der des Plattenspielers oder des Tonbands. Georg wird auf abwechslungsreiche und anschauliche Weise durch den Abend führen.

Im Anschluss an den Vortrag wird die Doku „RIP! A Remix Manifesto“ gezeigt werden. Der kanadische Regisseur und Internet-Aktivist Brett Gaylor polemisiert in diesem Film gegen das derzeitige Urheberrecht und attackiert die Praktiken von Großkonzernen, die den Großteil der Musik und Patente dieser Welt kontrollieren. Der Film ist ein Manifest für die Copyleft-Kultur. 

Um den Abend abzurunden, wird Georg unter seinem DJ-Pseudonym Ghost Notes auftreten und seine ganz eigene Mischung aus House, Hip-Hop, Breakbeats, Funk und Bassmusic präsentieren. Es wird also jeder auf seine Kosten kommen und auch einige Remix-Klassiker werden sich in dem Set wiederfinden. Dabei ist seine Performance Teil der Silent-Disco des Circus Maximus. 

Wer mehr wissen will kann sich auf folgenden Links informieren
https://jaegerundsampler.wordpress.com/
http://ripremix.com/
https://soundcloud.com/ghostnotesberlin
19.00 Uhr Eintritt frei (auch für die anschließende Silent Disco)*“

recht auf remix

In the Mix: Ghost Notes „Vinly Onyl“ (November (2013)

In the Mix: Ghost Notes „Vinly Onyl“ (November (2013)

another journey through some disco influenced and bass drunken contemporary house music. since there is no other way of djing more „real“ and undergroundy in berlin than spinning those huge black plastic discs, this curation is mixed as vinly onyl. please celebrate that fact. or simply enjoy. cheers.

 

tracklist:

labuzinski & graef – trash ludi – box aus holz
falty dl – straight & arrow – ninja tune
cuthead – minerals – uncanny valley
drei farben house – tapered layers – tenderpark
behr – shake it down – nixwax
justin jay – static – dirtybird
/dev/snd – spinning simulacrum (/dev/snd x ghost notes version)
untold – breathe (nautiluss remix) – hemlock
jimpster – porchlight and rocking chairs (kink remix) – freerange
gold panda – reprise – ghostly
lone – airglow fires – r&s
coni – luz in pool – clekclekboom
huxley – creeper – aus
guardate – silly people – love harder
mic mills – devil’s pie – untzz
andre lodemann – eyes wide open – dessous
ogris debris – something good – disko404
midland – archive01 – graded
cropper – deeper – blahblahblah
clip! – we close – jd
mount kimbie – made to stray (dj koze remix) – warp

chn.io | soundcloud.com/ghostnotesberlin

In the Mix: Ghost Notes – Slowphisticated II (August 2013)

Hier kommt die zweite Runde „Slowphisticated“. Hier gibt’s die erste. In der dritten knacke ich dann hoffentlich auch die 100-BPM-Marke.

Viel Vergnügen und Abschnallen nicht vergessen! 😉

Ghost Notes – Slowphisticated II (August 2013)

Please, unfasten your seatbelt now for this laid back trip through some slowphisticated house music. 60 minutes reserved for your personal discovery of slowness from 110 to 103 bpm.

Listen and Download at Soundcloud: http://snd.sc/15PTEWw

Flac Download (300 mb): db.tt/5k6TkLlL

Dürerstüben – Freiherr in der Wall – Pampa
Mallios x Cooper – Summertime – Love Harder
The Dead Rose Music Company – Faith – Let’s play House
Damiano von Erckert – All Good – Love Based Music
Larse – Lay it – Dikso
Session Victim – Glow in the Dark – Delusions of Grandeur
DJ Format – We know something (Ellis x King Remix) – White
Floating Points – Truly – Eglo
Isley Brothers – Between the Sheets (The Revenge Rework) – LESS Productions
Mr Scruff – Rocking Chair – Ninja Tune
Springintgut – Bangalore Kids (RSS Disco Coconut Remix) – Pingipung
Show B – Jammin – Compost
Fanta Vier – Le Smou (Showdown Remix x GN Edit) – Columbia

jaegerundsampler.net | circushomonovus.de

slowphisticated_ii

Picture source: http://fc01.deviantart.net/fs70/f/2010/147/b/0/Imminent_Plunge_by_Pi_Unresolved.png