Zu einer „Ethik des Kopierens“ – Konferenz und Interview

Bei irights.info wurde bereits im Februar d. J. ein spannendes Interview mit Eberhard Ortland veröffentlicht, das um das Verhältnis von Kopiertechniken und Legitimität bzw. Legalität kreist. Ortland ist wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Forschungsgruppe „Ethik des Kopierens“, die an der Uni Bielefeld angesiedelt ist und sozialwissenschaftliche, kulturwissenschaftliche und philosophische Forschung zum Thema Kopie und Kopieren vereint. Im Interview geht Ortland vor allem darauf ein, dass wir viel zu wenig darüber wissen, mit welchen moralischen und kulturellen Einstellungen Menschen kopieren (remixen, faken, zitieren, etc.) und betont dabei insbesondere die internationale, kulturübergreifende Dimension:

Bereits der jetzige Stand dieser Forschung zeigt: In europäischen oder amerikanischen weißen Mittelschichtskulturen herrschen andere Vorstellungen und Wertungen von Kreativität, Originalität oder Kopierpraktiken als bei den Befragten mit afroamerikanischem oder auch asiatischem – chinesischem, indischem, japanischem –  Hintergrund. Aufgrund ihrer unterschiedlichen kulturellen Traditionen beurteilen die Menschen scheinbar gleiche Verhaltensweisen und Phänomene sehr kontrovers.

Die Bielefelder Forschungsgruppe veranstaltet, quasi als Auftakt zu ihrer Forschungsarbeit, Anfang Oktober 2015 eine viertägige Konferenz, deren interdisziplinäres Programm sich äußerst vielversprechend liest. Es sind einige namhafte nationale und internationale Forscher und Forscherinnen aus den verschiedensten Disziplinen dabei, vor allem aus den Rechts-, Sozial- und Kulturwissenschaften.  Ich habe mal eine – ähem – Kopie des Programms und des Flyers hochgeladen. Weitere Informationen zur Konferenz finden sich auch bei der Uni Bielefeld.

Nachtrag 5.10.: Auch Dirk von Gehlen, der selbst ein Buch über die Kopie geschrieben hat, hat Eberhard Ortland sehr ausführlich für seinen Blog interviewt. Sehr schön fand ich zum Beispiel diese Antwort:

Es verändert meinen Blick auf die Skulptur des „Sterbenden Galliers“ im kapitolinischen Museum in Rom, von der heute in aller Welt Abgüsse bzw. Nachgüsse in Gips, Bronze, Kunststein, sowie Repliken in Marmor und anderen Materialien zu sehen sind, wenn ich erfahre, daß es sich bei dieser Figur um eine römische Marmorkopie nach einer im 1. Jahrhundert unserer Zeitrechnung verlorengegangenen hellenistischen Bronzeskulptur handelt, und daß diese römische Kopie ziemlich genau um das Jahr 50 vor unserer Zeitrechnung in Rom gefertigt worden sein muß zur Feier der Siege des römischen Feldherren und späteren Imperators Gaius Iulius Caesar über die Gallier. Die griechische Vorlage war um 225 v.u.Z. in Pergamon in Kleinasien von einem Bildhauer namens Epigonos, über den sonst nicht viel bekannt ist, geschaffen worden für den damaligen König von Pergamon zur Feier von dessen Sieg über die Galater, die in der römischen Rezeption dann eben zu „Galliern“ umgedeutet wurden. Die Kopie bekommt damit einen für uns präzise faßbaren historischen Ort und trägt ihrerseits bei zu unserem Verständnis der damaligen Situation in Rom, im Übergang von der Republik zur Diktatur. Bestimmte Eigenschaften der Kopie können sich gerade im Bezug zu diesem Entstehungszusammenhang als relevant erweisen, wie andererseits die späteren Kopien, in denen die moderne Rezeptionsgeschichte der im frühen 17. Jahrhundert in Rom ausgegrabenen antiken Plastik sich entfaltet, ebenfalls auf ihren historischen Ort und Verwendungszusammenhang zu befragen sind.

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Konferenzpanel „Urheberrecht, Technologie und künstlerische Produktion“ am 9.9.2015 bei der Konferenz „Die Versprechungen des Rechts“ (Berlin)

Die Versprechungen des Rechts

Die Versprechungen des Rechts

Vom 9. bis 11. September 2015 findet an der Humboldt-Universität zu Berlin die Konferenz „Die Versprechungen des Rechts“ statt. Es ist die mittlerweile dritte Zusammenkunft der deutschsprachigen Rechtssoziologievereinigungen.

Ein Blick auf das umfangreiche Programm verrät, dass es auch ein Panel mit dem Titel „Urheberrecht, Technologie und künstlerische Produktion“  (Session 3D) geben wird. Die Idee dieses Panels ist, juristische und sozialwissenschaftliche Perspektiven auf das Verhältnis von urheberrechtlichen Anforderungen und künstlerischer Produktion zu erhalten. In insgesamt vier Vorträgen und einer gemeinsamen Diskussion sollen die Versprechungen des Urheberrechts ausgelotet und an den praktischen Beispielen von Musik- und Filmproduktion veranschaulicht werden.

Das Panel wird gemeinsam organisiert von Frédéric Döhl (Institut für Musik und Musikwissenschaft, TU Dortmund), Georg Fischer (Graduiertenkolleg Innovationsgesellschaft heute, Institut für Soziologie, TU Berlin), Rike Maier (Alexander von Humboldt-Institut für Internet und Gesellschaft) und Holger Schwetter (Institut für Soziologie, TU Dresden). Es findet statt am 9. September von 16.30 bis 18.00 Uhr.

Programm:

  • Rike Maier: Urheberrecht und Technik am Beispiel von Hosting-Plattformen
  • Frédéric Döhl: Jenseits des Urheberrechts: Zur Figur des Produzenten am Beispiel des Mashup-Genres
  • Georg Fischer: Musik, Verwertung, Gesellschaft – Digitale Musikproduktion zwischen Remix, Rechteklärung und referentieller Kreativität
  • Holger Schwetter: Vom pragmatischen Umgang unabhängiger Musiker mit dem Urheberrecht
  • Gemeinsame Diskussion

Weitere Informationen finden sich hinter diesen Links:

Hauptseite der Konferenz

Abstract des Panels und der einzelnen Vorträge

Tagung: Die Produktivität von Musikkulturen, 14.-15. November 2014 in Kassel

Tagung: Die Produktivität von Musikkulturen, 14.-15. November 2014 in Kassel

Zum Tagungsblog: http://musikkulturen.wordpress.com

Die Tagung widmet sich den (Entwicklungs-)Dynamiken von Musikkulturen unter dem Diktum der Produktivität. Die Kultur wird in den letzten Jahren verstärkt aus kulturwirtschaftlicher Perspektive betrachtet. Begriffe aus der Wirtschaftswissenschaft gelangen verstärkt in kulturwissenschaftliche Diskurse und erfahrten dabei Anpassungen und Umdeutungen. Welche Bedeutungen kann der Begriff “Produktivität“ im Hinblick auf Musikkulturen annehmen und wie lassen sich diese “gewinnbringend” anwenden, um aktuelle Entwicklungsdynamiken zu beschreiben?

Die Rezeption von Tonträgermusik wurde mit der Etablierung des entsprechenden Marktes zu der vorherrschenden Konsumform von Musik. Heute hat der Zugang zu Kompositionsprogrammen, günstigen Instrumenten und digitalen Speicherformen den Konsumenten die Mittel zu musikalischer Aktivität in die Hand gegeben. Die dabei entstandene „Explosion“ kultureller Güter beeinflusst und verändert gesellschaftliche Strukturen des Konsums, der Teilnahme und Teilhabe nachhaltig. Musik ist heutzutage als Teil des Alltags omnipräsent, relevant – und zugleich „wertlos“ wie nie zuvor. Gleichzeitig entstanden im Zuge gesellschaftlicher Modernisierungsprozesse zahlreiche neue Organisationsformen von Musikkulturen, die unter Stichworten wie Szenen, Subkulturen, Musikindustrie, Kreativwirtschaft und Internet-Communitys diskutiert werden. Die Vielfalt solcher Organisationsformen ist wiederum durch die zunehmende Digitalisierung weithin sichtbar geworden. Entsprechend der These der „Demokratisierung“ der Produktionsmittel sind Musikkulturen heutzutage zugänglicher, nachvollziehbarer und dynamischer.

Häufig wird von einer erhöhten Produktivität gesprochen, aber diese kann auf verschiedene Weisen verstanden werden: beispielsweise ökonomisch als Input/Output-Verhältnis und Prozess der Herstellung sowie des Vertriebs kultureller Güter (Deutscher Bundestag 2008), durch die Integration des Kunden bzw. Fan als externen Faktors in den (Dienstleistungs-)Produktionsprozess (Maleri 1997, Lasshof 2006), als Bezugnahme auf kulturelle Beschreibungsformen von Musik z. B. hinsichtlich ästhetischer Qualität oder Zuwachs von Sinn (Groys 1992), als Wachstum und Ausdehnung der Kulturproduktion (Söndermann 2010), aber auch als Beschreibung von Neuheitsentwicklungen wie stilistischem Wandel oder der Entstehung neuer Kulturformen (Tschmuck 2012). Bei marginalen Musikkulturen mag der Schluss nahe liegen, dass sie unter einer ökonomischen Sichtweise doch eher unproduktiv sind. Aber greift solch eine Betrachtung unter Umständen nicht zu kurz?

Wer die Frage nach der Produktivität stellt, muss die Bedingungen definieren, auf welche sich diese bezieht. Während die Reflexion über die Produktion von Musik heutzutage wesentlich von politischen, künstlerischen und wirtschaftlichen Erwartungen und Anforderungen an „Kreativität“ (Reckwitz 2012) und den Anpassungsproblemen der Medienkonzerne an den technologischen Wandel bestimmt wird, bleiben unterschiedliche Eigenschaften der Musikkulturen und konstitutive Elemente der Schematisierung und Kommerzialisierung weitgehend unberücksichtigt.

Die Tagung möchte entsprechende Produktivitätsverständnisse und Organisationsformen von Musikkulturen vor dem Hintergrund soziologischer, kulturökonomischer und musikwissenschaftlicher Expertise vorstellen und diskutieren. Die Relevanz der Tagung liegt dementsprechend im Herausarbeiten von Produktivitätsdefinitionen sowie in der Erweiterung des Produktivitätsbegriffs am Beispiel von emergenten und etablierten Musikkulturen begründet. Die Beiträge der Tagung werden in einem Sammelband veröffentlicht.

Programm:

Freitag, 14.11.2014

Ab 13.00 Uhr
Empfang und Registrierung (Foyer des Konzertsaals)

13.30 Uhr
Grußwort des geschäftsführenden Direktors des Instituts für Musik,
Jan Hemming (Universität Kassel)

14.00 Uhr
Panel 1: Theoretische Konzeptionen des Produktivitätsbegriffs,
Moderation: Dennis Mathei (Ruhr-Universität Bochum)

Produktivität der Musik? Soziologische Kritik eines Begriffes:
Glaucia Peres da Silva (Universität Duisburg-Essen)

Herausforderungen der Konzeptualisierung der Produktivität von Musikkultur:
Aljoscha Paulus und Carsten Winter (Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover)

15.30 Uhr
Kaffeepause (Foyer des Konzertsaals)

16.00 Uhr
Panel 2: Fallbeispiele
Moderation: Holger Schwetter (Leuphana Universität Lüneburg)

Novellierungsmüdigkeit im Rahmen der aktuellen Praxis der Bundesförderung von ,Zeitgenössischer Musik‘,

Hendrik Neubauer (Universität Kassel)

YouTuber und YouTube-Musiker, Lorenz Grünewald (Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft Berlin) und Joachim Haupt (Universität der Künste Berlin)

17.30 Uhr
Kurze Kaffeepause (Foyer des Konzertsaals)

17.45 Uhr
Panel 3: Urheberrecht und Produktivität, Moderation: Jan Hemming (Universität Kassel)

Von einer Frage des Kontexts und der Aura zu einer Frage der Transformativität:
Die gegenwärtige deutsche Urheberrechtsprechung und Mashup
Frédéric Döhl (Freie
 Universität Berlin)

Vom pragmatischen Umgang unabhängiger Musiker mit dem Urheberrecht
Holger Schwetter (Leuphana Universität Lüneburg)

20.15 Uhr Abendessen

 ______________

Samstag, 15.11.2014

09.30 Uhr
Panel 4: Kreativität und Produktivität
Moderation: Hendrik Neubauer (Universität Kassel)

Kreativität der Umgehung oder Umgehung der Kreativität?
Georg Fischer (Freie Universität Berlin)

Post-Kreativismus: Zur (Re-)Produktionslogik der (Berliner) Techno-Szenewirtschaft
Jan-Michael Kühn (Technische Universität Berlin)

11.00 Uhr
Kurze Kaffeepause (Foyer des Konzertsaals)

11.15 Uhr
Panel 5: Produktivitätsdynamiken,
Moderation: Jan-Michael Kühn (Technische Universität Berlin)

Wer gewinnt, verliert: Populäre Musik und Konsekration
Jonathan Kropf (Universität Kassel)

Über die Inputfaktoren der Nischenmusikproduktion
Dennis Mathei (Ruhr-Universität Bochum)

12.45 Uhr
Mittagsimbis (Foyer des Konzertsaals)

13.15 Uhr
Abschlussdiskussion
Moderation: Holger Schwetter (Leuphana Universität Lüneburg)

14.00 Uhr Schluss

Klanginstallation: Untitled. – Über Bedroom Producer und Strategien der künstlerischen Selbstvermarktung.
Ein Radiofeature von Marcus Glahn, Bauhaus-Universität Weimar 2014. An beiden Tagen in Raum 1012.

Veranstaltungsort: Universität Kassel, Institut für Musik (IfM), Konzertsaal (Untergeschoss),

Mönchebergstr. 1, 34125 Kassel

Anfahrt: Tram-Linien 3/6/7 bis ,Katzensprung‘ oder Bus-Linie 10 bis ,Mönchebergstraße‘

Tagungsbüro: Universität Kassel, Institut für Musik (IfM), Raum 2023 (2. Etage),

Mönchebergstr. 1, 34125 Kassel. Telefon: 0561 804-4799

Konferenz: “Conceptualising Popular Music”, 24.-26.10.2014 in Siegen

Öffnungen, Aneignungen, Positionen – die Konferenz findet vom 24. bis 26. Oktober an der Universität in Siegen statt, die zusammen mit der Hochschule für Musik und Tanz Köln auch als Veranstalter fungiert.

Weitere Details zum Programm der Veranstaltung:

“Conceptualising popular music. Öffnungen, Aneignungen, Positionen (Siegen, 24.-26.10.14)

24.-26. Oktober 2014
Universität Siegen
IASPM-DACH Konferenz 2014 in Zusammenarbeit mit der Universität Siegen und der Hochschule für Musik und Tanz Köln
Keynotes:
Eva Georgii-Hemming (Musikhögskolan, Örebro universitet, Schweden)
Gérôme Guibert (Université Paris III, Frankreich)

Die Auseinandersetzung mit „popular music“, populären Musikformen, Popmusik, populärer Musik, populären Musikpraxen, Popularmusik etc. findet international wie auch im deutschsprachigen Raum in sehr verschiedenen disziplinären Zusammenhängen statt: der Soziologie, den Geschichtswissenschaften, den Wirtschaftswissenschaften, der Ethnologie, den Medien- und Kulturwissenschaften, den Sprachwissenschaften, den verschiedenen Regionalwissenschaften und nicht zuletzt in den verschiedenen Fachdisziplinen der Musikwissenschaft und Musikpädagogik. Es ist davon auszugehen, dass entsprechend der in diesen disziplinären Zusammenhängen und „Fachkulturen“ entwickelten Gegenstandsbereiche, Erkenntnisinteressen und Methoden das Feld verschieden konzeptionalisiert wird, die Fragerichtungen jeweils andere sind und die untersuchten Facetten des komplexen Gegenstandsfeldes differieren. Eingedenk des Faktes, dass heute inter- und transdisziplinäres Arbeiten als notwenige Voraussetzung einer adäquaten Auseinandersetzung mit dem angesprochen Feld gilt und dass mittlerweile verschiedene Forscher_innengenerationen aktiv sind, ist von einer gewissen Unübersichtlichkeit des Feldes auszugehen. In den chronisch unterfinanzierten Geistes- und Sozialwissenschaften kann fachliche Desorientierung auch zum Problem werden.

Die erste wissenschaftliche Konferenz des deutschsprachigen Zweigs der IASPM will dieses Dilemma aufgreifen und produktiv machen. Wir wollen wissen, wie in sehr verschiedenen Disziplinen popular music erforscht wird, auf welchen Forschungstraditionen aufgesetzt oder mit welchen gebrochen wird, wer sich auf wen bezieht, welche Fragen gestellt werden, welche Theorien präferiert werden, welche Methoden zur Anwendung kommen und wie diese Perspektiven das Verständnis des Untersuchungsgegenstandes konturieren und damit ggf. sogar auf den Gegenstandbereich selbst zurück wirken, in dem sie „definieren“ und sich dessen ermächtigen, was gemeint ist oder gemeint sein soll (z.B. auf nationalen und internationalen Fachtagungen, als Gutachter_innen, in der Ausbildung von Musiker_innen, Musikpädagog_innen, Vermittlern und Verwertern, auf Forschungsreisen, in Lexika oder in der Musikpolitik).

Programm Freitag
14:00-14:30 Uhr
Begrüßung
14:30-15:30 Uhr
Keynote: “What does the word „popular“ mean in general and in „popular music“ in particular? Conceptual issues in the context of French Sociology”, Gérôme Guibert (Paris, Frankreich)
16:00-17:30Uhr
1. Panel: Inszenierungen und Zuschreibungen – literatur-, theater- und medienwissenschaftliche Perspektiven
(Moderation Michael Rappe)
„Literaturwissenschaft und Populäre Musik: Über Markierungen, Positionierungen und Distinktionsgewinne“,
Martin Butler (Oldenburg)
„Der Auftritt der Musik. Theaterwissenschaftliche Perspektiven zur Erforschung populärer Musik“, Barbara Hornberger (Hildesheim)
„Pop – mehr als Musik. Theorie- und begriffsgeschichtliche Anmerkungen“, Thomas Hecken (Siegen)
17:30-18:00 Uhr
Poster Session für Nachwuchswissenschaftler
18:00-19:30 Uhr
Nachwuchs Workshop mit Susanne Binas-Preisendörfer, Christoph Jacke
18:00-19:30 Uhr
Moderierte Filmvorführung
„Musikalische Dislokationen und fest-flu ssige Bilder oder wie Polka, Cajun und Zydeco in SCHULTZE GETS THE BLUES (D 2003, Michael Schorr) Landschaften verändern“, Silke Martin (Weimar)

Samstag
09:30-11:00 Uhr
2. Panel: Erkenntnistheoretische Perspektiven im Methodenspektrum der (empirischen) Kultur- und Sozialforschung (Moderation Oliver Seibt, Kerstin Klenke)
„Doing Popular Music Studies – Musiksoziologische Perspektiven“, Sarah Chaker (Wien)
„Wired Sounds: Musikethnologische Bestimmungen des Populären“, Julio Mendívil (Hildesheim)
„Differenz und Dekonstruktion in der Vermittlung populärer Musikformen“, Bernhard Weber (Braunschweig)
11:30-12:30 Uhr
„Pop aus instrumentalpädagogischer Perspektive“, Ilka Siedenburg (Münster)
Die Katharsis-Spirale – ein neuer Ansatz zur Erklärung extremer Ausprägungen populärer Musik Jan Hemming
(Kassel)
14:00-15:00 Uhr
Keynote: “How mobile is man? On social sounds of music“, Eva Georgii-Hemming (Örebro, Schweden)
15:15-16:15 Uhr
3. Panel: Wirtschaft, Recht und Standortpolitik – ökonomische Perspektiven auf populäre Musik (Moderation
Sandra Passaro)
„pop© – Sound-Sampling in Urheberrecht und US-Copyright“, Philip Stade (Köln)
„Fremdreferenzialität als legitimes kompositorisches Mittel populärer Musik: Der urheberrechtliche Blick heute“,
Frédéric Döhl (Berlin)
16:45-18:15 Uhr
„Musik, Politik und Stadtentwicklung. Ein politikwissenschaftlicher Zugang zu einer Querschnittsmaterie“, Sonja
Beran (Wien)
„Musik + Wirtschaft: der Einfluss der Musikwirtschaft auf das populäre Genre“, Martin Lücke (Berlin)
„Die Perspektive der Musikwirtschaftsforschung auf Popular Music“, Peter Tschmuck (Wien)
18:30-20:00 Uhr
Mitgliederversammlung
Sonntag
09:30-11:00 Uhr
4. Panel: Stimmen, Sounds und Performance – methodische Differenzierung in der Diskussion (Moderation
Susanne Binas-Preisendörfer)
„Methodenvielfalt in der Popmusikforschung. Chancen und Herausforderungen am Beispiel der
Popgesangsforschung“, Martin Pfleiderer (Weimar)
„Das Erregende und Performative im Sound des “Pop-Musizierens”: Pop – Sound als Stimulans der
massenhaften emotionalen Kommunikation“, Werner Jauk (Graz)
„Klang als Popkultur. Ein methodischer Vorschlag Jens Gerrit Papenburg“ (Berlin) / Holger Schulze (Lüneburg)
11:30-13:00 Uhr
Abschlusspanel mit Susanne Binas-Preisendörfer, Florian Heesch, Michael Rappe, Sandra Passaro, Oliver Seibt
und Kerstin Klenke
Teilnahmegebühr: 35€ / 10 € (Studierenden). Für IASPM-Mitglieder sowie für Studierende der Universität Siegen
und der Hochschule für Musik und Tanz Köln frei.
Anmeldefrist: 1. Oktober 2014
Programm: http://iaspm-dach.net/konferenz-2014/program/
Anmeldungen unter: http://iaspm-dach.net/konferenz-2014/anmeldung/
Kontakt: Michael Rappe: konferenz_2014@iaspm-dach.net oder conference_coordinator@iaspm-dach.net; mobil:
0177/5641926
Florian Heesch: florian.heesch@musik.uni-siegen.de”

Konferenz: Auditive Wissenskulturen. Das Wissen klanglicher Praxis, 18.–21.6.2014, Graz

Im Juni 2014 steht eine weitere Tagung an, bei der ich teilnehmen und vortragen werde. Diesmal ist es die viertägige Konferenz über „Auditive Wissenskulturen“ Mitte Juni in Graz. Die Keynotespeaker sind Karin Knorr-Cetina (Konstanz/Chicago) und Philip V. Bohlman (Chicago/Kassel). Programm und Organisation sind sehr vielversprechend! Wer noch teilnehmen möchte, kann sich hier anmelden.

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Aus dem offiziellen Ankündigungstext:

Institut für Ethnomusikologie, Universität für Musik und darstellende Kunst Graz
Zentrum für Systematische Musikwissenschaft, Karl-Franzens-Universität Graz

AUDITIVE WISSENSKULTUREN. DAS WISSEN KLANGLICHER PRAXIS

Die sozial- und kulturwissenschaftliche Erforschung musikalischer und anderer klanglicher Praktiken ist stets mit spezifischen Wissensformen konfrontiert, die aber zumeist nur implizit behandelt werden. Die Rolle, die Musik und andere Klänge in verschiedenen sozialen und kulturellen Kontexten spielen, hängt unmittelbar mit dem Wissen sozialer Akteurinnen und Akteure zusammen, welches in bestimmter Weise (re)produziert wird. Wis- sen nimmt dabei sowohl diskursiv verfügbare, kognitive und explizite Formen an, als auch körperlich-gebundene, praktische und oft implizite. Verschiedene kulturelle Kontexte prägen auditive Wahrnehmungen, unterschiedliche soziale Prozesse geben Schall Bedeutungen, machen ihn zu Lärm, Geräusch, Signal oder Musik. Verschiedene Disziplinen bieten hier unterschiedliche Zugänge mit ihren jeweiligen Vorzügen an, die im Symposium durch gegenseitigen Austausch gestärkt werden sollen.

Auditive Wissenskulturen umfassen die Produktion, Distribution und Anwendung klanglichen Wissens und machen Schall und Klänge zu Trägern spezifischer Bedeutungen, die an ein bestimmtes Verstehen gekoppelt sind und auch in ihrer Erzeugung mit bestimmten Kompetenzen verbunden sind. Klänge dienen zur Heilung, dem Erkenntnisgewinn, oder als Warnung vor Gefahren, zur Konstruktion von Identitäten oder zur Vertreibung unerwünschter Subjekte. Auditives Wissen ist somit in Machtverhältnisse integriert und auch mit der Produktion und Reproduktion sozialer Ungleichheitsverhältnisse verbunden.

Im interdisziplinären und internationalen Symposium „Auditive Wissenskulturen: das Wissen musikalischer Praxis“ wird ein explorativer Austausch zwischen verschiedenen Zugängen aus Kultur-, Geistes-, und Sozialwissenschaften stattfinden, wodurch auditive Wissenskulturen aus unterschiedlichen Perspektiven vorgestellt, verglichen und diskutiert werden können.

WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN UNTER:

WWW.AUDITIVEWISSENSKULTUREN.AT

Das breite Programm lässt ebenfalls eine intensive und anregende Auseinandersetzung mit „auditiven Wissenskulturen“ erwarten, sowohl in theoretischer als auch in empirischer Hinsicht!

Mittwoch, 18.6. – Karl-Franzens-Universität, ReSoWi Bauteil A, SZ 15.21

 

ab 9:00

Registrierung

 

 

 

 

9:45

Eröffnung

Richard Parncutt (Graz), Gerd Grupe (Graz): Grußworte

 

 

Hein Schoer (Wiesbaden): The Sounding Museum (Einführung zur Installation)

 

 

 

10:30

Keynote Lecture
chair Martin Winter

Karin Knorr-Cetina (Konstanz/Chicago): Wissenskulturen: Was ist das und was wissen wir über sie?

 

 

           mit Kommentar von Philip V. Bohlman

12:00

Pause

 

 

 

 

12:30

Perspektiven
chair Bernd Brabec

Jin-Ah Kim (Berlin): Musik als auditives Wissen aus praxeologischer Perspektive

 

 

Matthias Lewy (Berlin): Auditive Formen des Wissenstransfers in den Guyanas

 

 

Wolfgang Gratzer (Salzburg): Wer weiß? Musikhören, Wissen und die Annahme auditiver Wissenskulturen

14:30

Pause

 

 

 

 

16:00

Hören als Methode
chair Malik Sharif

Gregor Kokorz (Graz): Hermann von Helmholtz und die Erfindung des Hörens als wissenschaftliche Methode

 

 

Axel Volmar (Siegen): Klang-Experimente. Zur Geschichte der auditiven Kultur der Naturwissenschaften seit 1800

 

 

Judith Willkomm (Siegen): „Ich seh halt nichts, ich hör nur was“: Über implizites Hörwissen von Fledermäusen

 

 

Fritz Schlüter (Berlin): Soundscape-Ethnographien? Field Recordings im Rahmen ethnographischer Stadtforschung

18:30

Pause

 

 

 

 

19:00

Keynote Lecture
chair 
Bernd Brabec

Philip V. Bohlman (Chicago/Kassel): Auditives Wissen im Moment der Ekstase

 

 

           mit Kommentar von Karin Knorr-Cetina

 

 

 

20:30

Empfang

 

Donnerstag, 19.6. – Kunstuniversität, Reiterkaserne, Ira Malaniuk-Saal

(Klanginstallation von Hein Schoer im Seminarraum 150 und Poster-Ausstellung im Konferenzraum)

 

9:00

Klangontologien
chair Frithjof Nungesser

Angela Grünberg (Sheffield): Klang als Handlung: Ausdruck einer Beziehung zur Welt und ihrer Tatsachen

 

 

Wei-Ya Lin (Wien): Bei uns gibt es keine sogenannte Musik, wirmianoanood (singen)! – Eine Studie zur Erforschung des auditiven Wissens der Tao

 

 

Malik Sharif & Bernd Brabec de Mori (Graz): Auditives Wissen und ontologisch-epistemologischer Relativismus. Ein Dialog für zwei Ethnomusikologen

 

Pause

 

 

 

 

11:30

Sozioakustik
chair  Armin Ziegler

Thomas Kusitzky (Weimar/Berlin): Bedingungen einer Kultur des auditiv-städtischen Gestaltens

 

 

Thomas Felfer (Graz/Lech): Auditive Forschung mit Kindern

 

 

Maria Dillschnitter (Halle/Lübeck): Doing hearing? Zum Wissen über das Hören in der Hörgeräteversorgung

13:30

Mittagspause

 

 

 

 

15:00

Lokalitäten
chair Sabrina Sattmann

Thomas Järmann & Johannes Müske (Zürich): Klingende ‹Swissness›. Geistige Landesverteidigung in der klanglichen Praxis des Schweizer Auslandsradios – Schallarchivalien als kulturwissenschaftliche Quellen

 

 

Anna Schmidt (Göttingen): Audiosphären als Basis lokaler musikalischer Klangästhetiken

 

Pause

 

 

16:45

Musikbeitrag

Erica Bisesi (Graz/Gorizia), Klavier: Wanderung, Verwandlung und Verklärung

 

 

 

17:30

Machtverhältnisse
chair Sarah Zapusek

Nora Bammer de Rodriguez (Krems/Wien): Die Macht singender Shuar und ihrer Geister

 

 

Susanne Sackl-Sharif (Graz): Zum auditiven (Geschlechter-)Wissen von Metalfans

Freitag, 20.6. – Kunstuniversität, Reiterkaserne, Ira Malaniuk-Saal

(Klanginstallation von Hein Schoer im Seminarraum 150 und Poster-Ausstellung im Konferenzraum)

9:00

Klassifikation
chair Stefan Reichmann

Martin Winter (Aachen): Musikgenres als Wissen: Die Ko-Konstruktion von Punkrock und Männlichkeiten.

 

 

Kai Ginkel (Darmstadt/Wien): Das Wissen des Noise: Zur „sozio-sonischen“ Bedeutung von Klang

10:15

Poster Session

 

 

 

 

11:15

Musicking
chair Susanne Sackl

Christian Müller (Freiburg): Doing Jazz – zur Konstitution einer kulturellen Praxis

 

 

Matthias Haenisch (Potsdam): Verteiltes Handeln – Wissen in Interaktion. Zur Performativität zeitgenössischer Improvisation

 

 

Holger Schwetter, Lena Respondek & Dominik Schrage (Kassel/Lüneburg): „Wenn Du das oft genug erlebt hast, dann arbeitest Du gezielt darauf hin, weil es so unheimlich schön ist.“ Implizites Wissen und die Organisation musikalischen Erlebens

13:15

Mittagspause

 

 

 

 

15:00

Musikbeitrag

Fränk Zimmer & Heimo Ranzenbacher (Graz), sounding lecture: from the distance

 

 

 

15:30

Klangproduktion
chair Martin Winter

Felix Gerloff & Sebastian Schwesinger (Berlin): Remixen. ccMixter als klangkulturelles Dispositiv

 

 

Georg Fischer (Berlin): „Keep it real!“ Das Wissen klanglicher Praxis in der Samplingkultur des HipHop

 

 

David Waldecker (Darmstadt): Wissensformen im Tonstudio: Zur Ethnographie des Musikaufnehmens

 

 

Patricia Jäggi (Luzern/Basel): «Bruitage. Kuhglocken vor einem Chalet (ein Flugzeug fliegt darüber)» – Das Gestaltungsmittel Geräusch als Wissensformat

 

Pause

 

 

 

 

19:00

Konzert und Dinner

im Café Stockwerk Jazz, Musik: maneki nekoč

Samstag, 21.6. – Kunstuniversität, Reiterkaserne, Ira Malaniuk-Saal

 

9:00

Identitäten
chair Juan Bermúdez

Lorenz Beyer (Wien): Transkulturelle Wissensdistribution und bayerische Codierung. Fallbeispiel aus Oberbayern: LaBrassBanda, die Cubaboarischen, Monaco Fränzn

 

 

Rinko Fujita (Wien): Verfremdung der eigenen Musik: zum Problem der empirischen Untersuchung traditioneller japanischer Musik

 

 

Ania Mauruschat (Basel): Oszillator, Bandmaschine, Cut-Up, Loop, Rewind: Das auditive Wissen der Produzentinnen des BBC Radiophonic Workshop

 

Pause

 

 

 

 

11:30

Multimedia
chair Florian Eckl

Sandra Aßmann & Peter Moormann (Köln): Musik erleben – Musik erlernen: Prozesse der Wissens- und Bedeutungsgenerierung am Beispiel des Computerspiels

 

 

Barbara Alhuter (Wien): Auditive Wissenskulturen im Mainstream-Film

 

Umbaupause (kurz)

 

 

 

 

12:45

Musikbeitrag

Bertl Mütter (Steyr): listening comprehension

 

 

 

13:30

Abschlussdiskussion
chairs Martin Winter & Bernd Brabec de Mori

Auditive Wissenskulturen – Konzepte, Ausblick, Publikation der Beiträge

 

 

Podium: Karin Knorr-Cetina (Konstanz/Chicago), Philip V. Bohlman (Chicago/Kassel), Rosa Reitsamer (Wien), Gerd Grupe (Graz)

15:00

Ende der Tagung

 

 

 

CfP: IASPM-DACH Konferenz 2014: Conceptualising popular music (24.–26. Okt. 2014 an der Uni Siegen)

Call for Papers
IASPM-DACH Konferenz 2014:
Conceptualising popular music. Öffnungen, Aneignungen, Positionen.
24. – 26.10. 2014 – Universität Siegen
eine Konferenz in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik und Tanz Köln

Die Auseinandersetzung mit „popular music“, populären Musikformen, Popmusik, populärer Musik, populären Musikpraxen, Popularmusik etc. findet international wie auch im deutschsprachigen Raum in sehr verschiedenen disziplinären Zusammenhängen statt: der Soziologie, den Geschichtswissenschaften, den Wirtschaftswissenschaften, der Ethnologie, den Medien- und Kulturwissenschaften, den Sprachwissenschaften, den verschiedenen Regionalwissenschaften und nicht zuletzt in den verschiedenen Fachdisziplinen der Musikwissenschaft und Musikpädagogik. Es ist davon auszugehen, dass entsprechend der in diesen disziplinären Zusammenhängen und „Fachkulturen“ entwickelten Gegenstandsbereiche, Erkenntnisinteressen und Methoden das Feld verschieden konzeptionalisiert wird, die Fragerichtungen jeweils andere sind und die untersuchten Facetten des komplexen Gegenstandsfeldes differieren. Eingedenk des Faktes, dass heute inter- und transdisziplinäres Arbeiten als notwenige Voraussetzung einer adäquaten Auseinandersetzung mit dem angesprochen Feld gilt und dass mittlerweile verschiedene Forscher_innengenerationen aktiv sind, ist von einer gewissen Unübersichtlichkeit des Feldes auszugehen. In den chronisch unterfinanzierten Geistes- und Sozialwissenschaften kann fachliche Desorientierung auch zum Problem werden.

Die erste wissenschaftliche Konferenz des deutschsprachigen Zweigs der IASPM will dieses Dilemma aufgreifen und produktiv machen. Wir wollen wissen, wie in sehr verschiedenen Disziplinen popular music erforscht wird, auf welchen Forschungstraditionen aufgesetzt oder mit welchen gebrochen wird, wer sich auf wen bezieht, welche Fragen gestellt werden, welche Theorien präferiert werden, welche Methoden zur Anwendung kommen und wie diese Perspektiven das Verständnis des Untersuchungsgegenstandes konturieren und damit ggf. sogar auf den Gegenstandbereich selbst zurück wirken, in dem sie „definieren“ und sich dessen ermächtigen, was gemeint ist oder gemeint sein soll (z.B. auf nationalen und internationalen Fachtagungen, als Gutachter_innen, in der Ausbildung von Musiker_innen, Musikpädagog_innen, Vermittlern und Verwertern, auf Forschungsreisen, in Lexika oder in der Musikpolitik).

Vorschläge für 20-minütige Redebeiträge oder andere Formate der Wissenspräsentation sollen außer dem Titel ein ca. 250 Wörter umfassendes Abstract, 5 Stichworte, die den geplanten Beitrag inhaltlich konkretisieren, Name und akademische Anbindung der Bewerber_in und Kontaktinformationen umfassen. Die Vorschläge müssen bitte bis zum 31.03.2014 per E-Mail an general_secretary@iaspm-dach.net geschickt werden. Über die Annahme der Vorschläge werden die Bewerber_innen bis zum 31.05.2014 unterrichtet.

Die Konferenz, die von der Universität Siegen in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik und Tanz Köln ausgerichtet wird, findet vom 24.-26.10.2014 in Siegen statt.

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