Leitkültür leben – Remix your CSU Wahlplakat

Vor kurzem habe ich über das Alien/Italien-Mashup gebloggt, das „maximale Transformation bei minimaler Manipulation“ (F. Döhl) brachte.

Heute ein weiteres schönes Beispiel in dieser Reihe, diesmal aus dem Genre Wahlplakat.

[via KFMW]

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Alien/Italien Mashup

Laut dem Musik- und Rechtswissenschaftler Frédéric Döhl, der zu Mashups forscht, wollen Mashup-Künstler „maximale Transformation bei minimaler Manipulation“ erreichen. Hier ein sehr geglücktes Beispiel:

In the Mix: DJ Nu-Mark – „Nu Crack City“ & „20 Birthdays, 5 Turntables“

Zwei begnadete Sets von DJ Nu-Mark alias Uncle Nu, dem DJ und Produzenten von Jurassic 5: Das eine ist vor ein paar Wochen als Geburtstagsgeschenk für 20 19 Künstlerinnen an 5 Decks entstanden. Nu-Mark mixt sich durch eine wilde Mischung an Original- und Sampleversionen von Quincy Jones über Rihanna bis hin zu Kurt Cobain (das Nirvana-Cover am Ende echt ein Knaller):

Das andere ist ein Mix, den Nu-Mark schon 2015 ins Netz stellte. Im ähnlichen Stil wie der Geburtstags-Mix, aber auf eine Stunde ausgedehnt.

This mix incorporates some multi-tracks, unreleased skits with a garnish of new and old music. This mix is intended to make a long car ride breeze by in a flash. Enjoy!

Wenn Mona Lisa und Super Mario kämpfen: Reddit veranstaltet großes kollaboratives Sozialexperiment „Place“

Kunst bedeutet Krieg, zumindest auf Reddit. Die haben zum 1. April ein spannendes Experiment gestartet: Unter dem Namen „Place“ wurde eine Freifläche zur Verfügung gestellt, die von registrierten Reddit-Usern beliebig Pixel für Pixel gefüllt werden konnte. Einzige Regel: nach dem Färben eines Pixels muss man 5 Minuten warten, dann darf man den nächsten Pixel bearbeiten.

There is an empty canvas. You may place a tile upon it, but you must wait to place another. Individually you can create something. Together you can create something more.

Was im ersten Moment seltsam klingt, führte in der Anwendung zu regelrechten Feldzügen, die in einzelnen Subreddits abgesprochen wurden. Zum Beispiel die blaue Ecke rechts unten oder das schwarze Loch in der Mitte, das schließlich mit Pink Floyds Albumcover von „The Dark Side of the Moon“ gefüllt wurde. Überhaupt ikonische Bilder: wenig überraschend sind die vielen Nationalflaggen, leider; daneben aber auch so Sachen wie die Mona Lisa, Super Mario, zahlreiche Markenlogos und der allgegenwärtige Regenbogen. Auf Place kann man nachvollziehen, wie sich diverse Zugehörigkeiten kollaborativ artikulieren. Ich habe zwar keine richtige Ahnung, was das bedeutet, aber es ist super spannend.

Berliner Untergrund-Kultur: Laub-Raub und Berliner Zimmer

bvg-zimmerBerlin und seine Szene(n) rühmen sich ja für eine vermeintlich weltbekannte Untergrund-Kultur, vor allem was Clubs, Bars und Kneipen betrifft. Zwei Crews aus dem kompetitiven Graffiti-Bereich haben das Thema „Untergrund“ dabei noch etwas wörtlicher genommen: Die einen richteten ein Zimmer in einem Berliner U-Bahnschacht ein, die anderen verteilten säckeweise Laub in einem U-Bahn-Waggon. Für die BVG dieses Jahr schon mehrmals die Gelegenheit, sich zu ärgern, die Stirn zu runzeln oder einfach nur zu schmunzeln.

Zuerst hielt ich die Aktionen für wilde, guerilla-artige Auswüchse des BVG-Marketings, das ja sehr seltsame Blüten treibt (den Gefallen des Verlinkens tue ich Ihnen trotzdem nicht 😛 ), aber mittlerweile glaube ich einfach, dass da zwei Crews im Wettstreit miteinander sind. Die Aktionen wurden von den Künstlern selbst sehr ordentlich dokumentiert, aber natürlich auch in den Medien breit gestreut.

Rocco und seine Brüder richten das „Berliner Zimmer“ ein, wobei es für diese Aktion 2014 offenbar eine Vorlage aus Wien gab.

 

Der Laub-Raub von TOY:

 

Diese Aktion von TOY hat den Charme eines Eisenbahnüberfalls im Wilden Westen:

Untergrundkultur in Kiew nach der Euromaidan

Nach den Bürgerprotesten 2013 und den politischen Umstürzen 2014 ist die ukrainische Hauptstadt Kiew wirtschaftlich ziemlich am Boden. Diese Doku zeigt, wie junge Kiewer:innen kreativ mit der Situation umgehen, leere Fabrikräume squatten, Raves veranstalten, neue Mode und anderen Formen des Ausdrucks entwickeln. Erinnert entfernt an die unübersichtliche Situation in Berlin nach dem Fall der Mauer, die plötzliche große Freiräume für eine hungrige Generation bot, die nicht an Bausparverträgen interessiert war sondern am Hier und Jetzt. Spannendes Thema und streckenweise echt gute Kamera.

The 2014 revolution brought Kiev nightlife to a complete standstill. As protests turned into riots, and government security forces opened fire on protestors, the country fell into crisis. But out of the ashes of revolution has risen a new generation. Slava Lepsheev, who’d lost his job because of the financial crisis triggered by the war, had had enough, and started Cxema, a raw, hard and hypnotic techno rave that he took to whatever semi-legal venue he could set a soundsystem up in. So together with Slava, and the city’s brightest young lights, we followed young Kiev as they prepared for a night at Cxema, from building the venue to watching the sunrise break.

Everything is a Remix – The Force Awakens

Everything is a Remix

Everything is a Remix ist wieder da. Für die aktuelle Episode dekonstruiert der Filmemacher Kirby Ferguson den aktuellen Star Wars-Film in seine Bestandteile. Wie immer toll und informativ anzusehen. Ferguson analysiert dabei insbesondere die Balance zwischen Neuheit (novelty) und Bekanntheit (familiarity), die Hollywood bei Produktionen zu halten versucht.

The remix method of copying, transforming and combining is definitely used in The Force Awakens, as well as the other works of JJ Abrams. Is remixing a weak point in The Force Awakens? Is the remix method growing stale? Have we reached the limits of remixing?