Berliner Untergrund-Kultur: Laub-Raub und Berliner Zimmer

bvg-zimmerBerlin und seine Szene(n) rühmen sich ja für eine vermeintlich weltbekannte Untergrund-Kultur, vor allem was Clubs, Bars und Kneipen betrifft. Zwei Crews aus dem kompetitiven Graffiti-Bereich haben das Thema „Untergrund“ dabei noch etwas wörtlicher genommen: Die einen richteten ein Zimmer in einem Berliner U-Bahnschacht ein, die anderen verteilten säckeweise Laub in einem U-Bahn-Waggon. Für die BVG dieses Jahr schon mehrmals die Gelegenheit, sich zu ärgern, die Stirn zu runzeln oder einfach nur zu schmunzeln.

Zuerst hielt ich die Aktionen für wilde, guerilla-artige Auswüchse des BVG-Marketings, das ja sehr seltsame Blüten treibt (den Gefallen des Verlinkens tue ich Ihnen trotzdem nicht 😛 ), aber mittlerweile glaube ich einfach, dass da zwei Crews im Wettstreit miteinander sind. Die Aktionen wurden von den Künstlern selbst sehr ordentlich dokumentiert, aber natürlich auch in den Medien breit gestreut.

Rocco und seine Brüder richten das „Berliner Zimmer“ ein, wobei es für diese Aktion 2014 offenbar eine Vorlage aus Wien gab.

 

Der Laub-Raub von TOY:

 

Diese Aktion von TOY hat den Charme eines Eisenbahnüberfalls im Wilden Westen:

Exklusive Atmosphäre: Warum der Wahlaufruf vom Berghain für viele blanker Hohn war

Vor ein paar Wochen waren ja Wahlen in Berlin. Die Ergebnisse sind denkbar grausam ausgefallen, die AfD mit ihrer menschenfeindlichen und rassistischen Ideologie räumte ziemlich ab. Das hat auch das Berghain mit seinem Wahlaufruf nicht verhindern können. Wer das Programm vom 17.9. besucht, kann dort bei der running order lesen: „08:00h – 18:00h WÄHLEN GEHEN, RECHTSPOPULISTEN VERHINDERN!“

berghain

Die Feuilletons der Berliner Presse waren sehr angetan von der Aktion. Ich glaube, auch in den sozialen Medien wurde ziemlich applaudiert. Eine kritische Auseinandersetzung mit den ausgrenzenden Mechanismen der Berliner Clubkultur fand, soweit ich das überblicken kann, aber nicht statt, mal von einigen Leserkommentaren abgesehen, z. B. beim Tagesspiegel.

Prinzipiell ist das natürlich ein netter Zug von dem Club, man wirkt demokratisch und offen. Ich finde nur, dass dieser Wahlaufruf überhaupt nicht zu dem elitären Prinzip passt, welches das Berghain seit Jahren erfolgreich fährt.

Man muss sich die Ironie des Ganzen mal vor Augen führen: Ein Club, dessen Markenkern vorwiegend darin besteht, die härteste Tür Berlins zu haben und nach willkürlich wirkenden Prinzipien sein Publikum zu wählen, ruft dazu auf, die Rechtspopulisten von der AfD zu verhindern, in deren kranken Fieberträumen Mauern um Deutschland herbeigesehnt werden.

Ist diese Parallele, diese Widersprüchlichkeit niemandem aufgefallen? Ich meine damit sicherlich nicht, dass das Berghain rechts ist. Ich meine, dass Ausgrenzungsmechanismen in der Clubkultur salonfähig sind, teilweise sogar gefeiert werden. Das kann man an dem ewigen Gewese um diesen Club ablesen. Und daran, wie Berghain-Türsteher inszeniert werden.

Die Ikone, der Prototyp des Berliner Türstehers ist wahrscheinlich Sven Marquardt vom Berghain. Er hat schon sowas wie popkulturellen Status, darf in Talkshows auftreten, hat sein eigenes Mural und auch eine Statue. Die ZEIT hat ihn mal folgendermaßen beschrieben:

Denn hier steht vielleicht nicht nur einer der härtesten Türsteher, hier steht eine menschliche Mauer, wie in Stein gehauen. Dornen ranken sich eintätowiert über die linke Gesichtshälfte – oder ist es eher Stacheldraht?

Und dieser Mythos vom Berghain und seiner Exklusivität, die so hart von dem beinharten Marquardt verteidigt wird, setzt sich auch in der Kommunikation fort. Ein Großteil der Alltagsgespräche, die das Berghain zum Thema haben, dreht sich um’s Abgewiesen-Werden bzw. um dessen Abwenden: das stundenlange, nervige Anstehen; die Ungewissheit, ob man denn überhaupt reinkommt oder sich umsonst stundenlang die Beine in den Bauch gestanden hat; die quälende Fragen, ob man die richtigen Klamotten trägt, mit den richtigen Leuten unterwegs ist, das richtige Auftreten an den Tag legen kann. Und dann natürlich, ob sich das alles gelohnt hat für die Party.

Irgendwie ist das doch traurig. Und widersprüchlich. Ausgrenzungsmechanismen werden vielfach und zu Recht abgelehnt. Beim Feiern gelten aber offenbare andere Maßstäbe, da möchte man lieber „unter sich“ sein bzw. auserwählt, am liebsten von Sven Marquardt persönlich. Wenn man reinkommt, darf man sich glücklich schätzen, zum engen Kreis zu gehören. Wenn man abgewiesen wird, muss man den walk of shame an der Schlange vorbei auf sich nehmen. Manche stellen sich dann sogar nochmal an, soviel Magie scheint von der Schlange auszugehen.

So viele Menschen nehmen Qualen und Gefahren auf sich, weil sie gerne nach Europa wollen, es ihnen aber von professionellen Grenzverteidigern wie der EU und Frontex verwehrt wird. Sie sind auf der Suche nach einem besseren Leben. Zugegeben, das sind die Berghainbesucher auch, die sich in die Schlange stellen, zumindest für eine Nacht lang. Aber die machen es aus freien Stücken, in ihrer Freizeit, als Teil ihres privilegierten Lebens, das sie mit dem Eintritt ins Berghain noch einen Hauch privilegierter machen können.

Letztendlich glaube ich nicht, dass es allein ein Problem vom Berghain ist. Aber es ist der berühmteste Club in Berlin, genießt weltweites Renommé, das wiederum entscheidend auf seiner harten Tür beruht. Viele weitere Berliner Clubs haben sich Exklusivität auf die Fahne geschrieben, manche wollen damit berühmt werden. Dass das Narrativ von der clubkulturellen Exklusivität auch knallharten Ausschluss von Personengruppen bedeutet, sollte aber viel stärker reflektiert werden, von den Medien, den Clubs, den Besuchern, usw. – insbesondere in einer Zeit, in der so viele Menschen auf der Flucht sind und an den Grenzen anderer scheitern.

SampleSlam Contest von OneBeat am 9. Juli 2016 in der Berghain Kantine

onebeat-sample-slam-flyer

Sampling-Contests sind super, vor allem wenn alle Teilnehmerinnen das gleiche Ausgangsmaterial bekommen. Denn kann man am Ende schön vergleichen, was die jeweiligen Künstlerinnen daraus gemacht haben. Die Plattform OneBeat veranstaltet nun auch einen Sampling-Contest, den „SampleSlam“. Hier die Details.

Seid dabei: OneBeat sucht wieder BeatkünstlerInnen, die sich dem Battle stellen wollen! Das Prinzip vom SampleSlam ist einfach: Sechs Kandidaten treten gegeneinander in die Manege. Doch statt Fäusten gibt’s Beats auf die Ohren. Vier Wochen vor dem Slam erhalten sie ein Paket mit Samples, aus dem es gilt, vier Tracks á drei Minuten zu produzieren. Dabei darf kein Fremdmaterial verwendet werden. Am Abend des SampleSlamswerden die Tracks live vor unserer Jury und dem Publikum zum besten gegeben. Denn nur wer die Jury überzeugt, wird das Battle als SiegerIn verlassen. In der Live-Performance ist übrigens alles erlaubt: Ihr könnt singen, beatboxen oder Instrumente einspielen – zeigt uns, was ihr drauf habt!

Ihr wollt dabei sein? Dann schreibt uns eine Nachricht an hello@onebe.at oder via facebook. Helft gerne mit und teilt den Aufruf in Eurem Netzwerk. Tune in!!!

OneBeat SampleSlam @ Kantine am Berghain
Friday, 9.7.2016
20h
RSVP on Facebook 

Tricky in Berlin, der überforderten/überfordernden Stadt

Wie der Berliner Tagesspiegel schreibt, wohnt Tricky von Massive Attack seit einigen Monaten in Berlin-Neukölln. Das ist bemerkenswert und doch irgendwie auch naheliegend, wenn man bedenkt, dass er ursprünglich aus Bristol kommt – einer Stadt, die einen ähnlich rauen Charme zu versprühen vermag wie Berliner Arbeiterviertel.

Der Artikel ist ganz angenehm geschrieben und diskutiert Berlin glücklicherweise nicht als creative city, wie man das vielleicht vom hegemonialen Diskurs erwarten würde. Es geht mehr um die Außenperspektive, die Tricky auf Berlin wirft und die einen, wenn einem Neukölln etwas bekannt ist, an mancher Steller schmunzeln lässt. Berlin, die überforderte und überfordernde Stadt.

„Berlin ist eine visuelle Stadt“, sagt Tricky. „Man kann Botschaften auf Mauern lesen, ich meine, man kann ein Sofa auf dem Gehweg stehen sehen, daneben einen Fernseher und eine Stehlampe. Als würde die Einrichtung einer Wohnung, wenn man sie nicht mehr braucht, auf der Straße einfach zur Einrichtung aller. Totales Chaos. Gleichzeitig drückt das aber auch eine gewisse Gelassenheit aus.“

Für mich persönlich war Trickys Album „Maxinquaye“, auf der Martina Topley-Bird in den meisten (allen?) Stücken vertreten ist, ziemlich wichtig in puncto Trip-Hop. Neben DJ Shadow und Portishead, DJ Krush und UNKLE vielleicht noch. Auf seine Weise war das Album sau-anstrengend, alles so düster und melancholisch und passiv-aggressiv-depressiv. Wie Berlin im Januar.

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Sample Music Festival 2015 für Turntablism, Controllerism und Music Production, 10. und 11. Oktober 2015 in Berlin


Sample Music Festival

 

Vor kurzem ist beim FACT-Magazin ein spannender Artikel über die Geschichte des Scratchings erschienen, das dessen Wurzeln zu einigen bekannten und weniger bekannten Künstlern zurückverfolgt. Passend zu dieser Thematik findet am 1o. und 11. Oktober 2015 in Berlin das erste Sample Music Festival statt, das einige vielversprechende Workshops, Vorträge und natürlich Performances aus dem Bereich DJing, Turntablism, Controllerism, Scratching, Music Production etc. bietet. Das Festival wird organisiert von Alexander Sonnenfeld, der in einem kleinen Interview über die Idee des Festivals Auskunft gibt und uns erklärt, was uns als Besucher alles erwartet.

 

Georg Fischer: Das erste Sample Music Festival steht vor der Tür. Was erwartet uns als Besucher?

Alex SonnenfeldAlexander Sonnenfeld: Es ist das erste Festival für Turntablism, Controllerism und Music Production, für das wir einige der weltbesten DJs und Sample Artists gewinnen konnten. Wir bieten kostenfreie Workshops über digital DJing, Controllerism, Finger Drumming, Sampling, Mixing & Recording, und mehr. Mit dabei sind zum Beispiel Eskei83, Produktspezialisten von Native Instruments, Gibson Pro Audio, Tascam oder DJ Techtools. Daneben gibt es auch wissenschaftliche Vorträge über Turntablism, Analysen über DJ Performacnce, Musiktheorie für Scratching und Finger Drumming. Es gibt jede Menge Wissenswertes und Spannendes zu entdecken. Es ist ein Festival für Musiknerds, die an Turntables, DAWS und Controllern arbeiten und natürlich auch für alle anderen, die sich dafür interessieren und gute Musik hören und erleben wollen. Dafür bieten wir auch ein Open Stage für alle. Dort werden auch DJs unter anderem aus Russland, UK und Deutschland auftreten. Übernachtungen können im Generator Hostel PRZLBG gebucht werden. Mit dem Buchungscode SAMPLE2015 kann man sich einen Festivalrabatt holen und wir machen dort eine Warmup Party am 9.10.

Wie bist Du dazu gekommen, eine solche Veranstaltung mit Workshops, Perfomances und Lectures auf die Beine zu stellen?

Es gibt bisher nichts vergleichbares und ich will diesen Kunstformen eine Plattform bieten. In Musikhochschulen werden diese Formen des Musizierens bisher nicht gelehrt. Fast alles passiert auf Youtube oder anderen Stellen im Netz… das muss geändert werden! Das Sample Music Festival ist der erste Schritt diese neuen Formen des Musizierens mehr aus dem wissenschaftlichen Standpunkt zu betrachten.

Du selbst hast auch mit Karlheinz Stockhausen, dem weltbekannten Komponisten im Bereich der Neuen Musik zu tun gehabt. Was hat Stockhausen und Musiktheorie mit Turntableism und Sampling zu tun?

Die Geschichte von Scratching, Sampling, DJing geht bis in die 1950iger Jahre zurück, wie man auch an der Kunstbewegung der Musique concrete. Damals wurde zwar vorwiegend mit Tonbändern gearbeitet, nicht nur mit Platten. Die Idee ist aber genau dieselbe und zeigt dass DJing und Scratching ihren Ursprung eigentlich noch viel früher hatten als bisher angenommen. Stockhausen war begeistert von Turntablism, da es eine spielerische Weiterentwicklung der Musique concrete ist. Ich habe ihn angeschrieben, um meine Musiktheorie (Notation) für Turntablism vorzustellen. Er hat eingewilligt und nach meinem Vortrag bei ihm hat er mich über viele Jahre in meiner Forschung weiterhin begleitet, bis er 2007 starb.

Denkst Du, dass Turntablism und Sampling in Deutschland als künstlerische Praktiken immer noch nur belächelt werden oder hat sich die Situation geändert?

Es muss mehr passieren als einfaches „Yo“ oder „Was geht ab“ Gescratche. Es muss musikalisch genutzt werden und darf nicht zu einer spektakulären Sportart verkommen, die vielleicht in den ersten 5 Minuten spannend aussieht, aber dann nur noch gleich klingt. Es ist genau dasselbe wie mit Hiphop oder Breakdance: wichtig ist, dass sich die Kunstform weiterentwickelt und ein wichtiger Schritt dahin ist Musiktheorie und Wissen darüber, wie man das instrument nutzen kann. Das Sample Music Festival soll eine Schnittstelle bilden, um diese Idee transparenter zu machen und auch Akademiker und Musiker aus anderen Bereichen dazu einzuladen, um sich zu informieren. Musikgeschichtlich sind wir noch in Kinderschuhen, aber die Bedeutung von DJing, Controllerism und Music Production in der heutigen Musikkultur ist unbestreitbar.

Es wird auch einen Contest geben – wie kann man da mitmachen und was kann man einreichen?

Das Motto des Sample Music Festival Online Contest 2015 lautet: „Schnapp Dir einen Sample und sei kreativ damit – Du hast 3 Minuten!“ In drei verschiedenen Kategorien (Turntablism / Controllerism / Music Production) suchen wir die interessantesten Beiträge und honorieren diese mit attraktiven Preisen. Der französische Produzent -Le Jad- hat hierfür ein exklusives Sample Paket erschaffen, welches ihr frei downloaden könnt. Jedoch über eine kleine Spende würde sich der Künstler auch freuen. Das Paket beinhaltet mehr als 400 verschiedene Samples: Drums, Töne, Bässe, Subs, Piano, Loops, verrückte Sounds + 11 skipless Loops für Routines & Beatjuggling. Für Scratching sind Beats (jedoch nicht die Scratch-Samples) von anderen Produzenten erlaubt. Jedoch muss der Produzent bzw. Looper im Videotext bitte zusätzlich erwähnt werden.

Ladet das fertige Video oder Audiofile auf Youtube, Vimeo, Soundcloud oder Facebook, und schickt diesen Link an: contest@samplemusicfestival.com. Der Hashtag lautet #smf2015contest. Schreibt in den Betreff, für welche Kategorie Ihr Euch bewerben wollt (Turntablism oder Controllerism oder Music Production). Eine professionelle Jury, bestehend aus Künstlern des Sample Music Festivals wird die Einsendungen bewerten. Die besten Videos werden auf der SMF Fanpage gepostet und zusätzlich sind Kommentare und Likes wichtige Indikatoren um die Gewinner zu ermitteln.

Einsendeschluss ist der 11.10.2015.

Preise „Turntablism“

1. Platz „Stanton STR8.150 & Stanton DJ Pro 3000“ www.stantondj.com

2. Platz „Magma Riot Backpack www.magma-bags.com & Ortofon Concorde Twin Pack www.ortofon.com

Preise „Controllerism“

1. Platz NI „Maschine“ (black) www.native-instruments.com

2. Platz KRK „Rokit RP5G3“ www.krksys.com

Preise „Music Production“

1. Platz „Reloop Keypad“ www.reloop.com & Tascam „DR-05“ www.tascam.eu

2. Platz „Cerwing Vega XD-4“ www.cerwinvega.com

 

 

Berliner Colloquium zur Klangforschung gestartet

In Berlin hat sich eine Runde junger Forscherinnen und Forscher zusammengefunden, die sich regelmäßig in einem gemeinsamen Colloquium zum Themengebiet der Klangforschung / Sound Studies treffen. Die Idee des auf Initiative der Kulturwissenschaftler Felix Gerloff und Sebastian Schwesinger gegründeten Colloquiums ist es, eigene Projektideen und für alle interessante Texte vorzustellen und auf Basis gemeinsamer Lektüre zu diskutieren. Daneben sollen auch Sounds, Geräusche und natürlich auch musikalische Klänge gemeinsam gehört werden. Außerdem werden in jeder Sitzung relevante und aktuelle Stellenausschreibungen, Call for Papers, Konferenzen, etc. kurz angekündigt und besprochen.

Das Forschungsfeld der Sound Studies ist dabei von Haus aus eine interdisziplinäre Angelegenheit, die Perspektiven aus Kultur-, Medien-, Musik- und Sozialwissenschaften zusammen bringt und zur Diskussion stellt. Neben theoretischen Problemen und empirischen Phänomenen werden dabei auch methodische Herangehensweisen behandelt. Das Spektrum der besprochenenen Themen umfasst bis jetzt unter anderem Sonifikation, Akustik in der Archäologie (archaeoacoustics), historische Klangforschung, Praktiken des Hörens, musikalische Produktionstechniken, Klang und urheberrechtliche Verwicklungen, Wissenschaftsforschung und Sound. Prinzipiell sind alle Thematiken und Herangehensweisen willkommen, in denen das Klangliche einen Gegenstand der Untersuchung darstellt, in welcher Form auch immer dies geschieht.

Derzeit findet das seit dem vergangenen Herbst tagende Colloquium freitags alle drei Wochen im Exzellenzcluster „Bild Wissen Gestaltung“ der HU Berlin statt. Für die Zukunft planen wir auch gemeinsame Exkursionen, Veranstaltungen oder Publikationsprojekte. Wir freuen uns über weitere Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Interesse an der Klangforschung zum gemeinsamen Austausch in einer entspannten und kollegialen Atmosphäre.

Kontakt: Für weitere Informationen bitte gerne eine Email schicken.

Dieser Text ist ursprünglich erschienen beim Pophistory Blog.

Techno Studies. Ästhetik und Geschichtsschreibung elektronischer Tanzmusik, Universität der Künste Berlin, WiSe 2014/15

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Interdisziplinäre Tagung / Ringvorlesung, Universität der Künste Berlin, WiSe 2014/15.

Konzeption: Kim Feser und Matthias Pasdzierny, in Kooperation mit Dörte Schmidt (Ringvorlesung).

Gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), der Kommission für künstlerische und wissenschaftliche Vorhaben (KKWV, UdK Berlin) sowie mit Mitteln zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses (UdK Berlin).

Studentische Hilfskraft: Mathis Krause

Teilnahme kostenlos, Anmeldung erwünscht (keine Platz-Garantie möglich).
Konferenzsprache: deutsch (nur Vortrag Butler englisch).

Publikation: b_books, Frühjahr 2015
Gestaltung Plakat/Karte: Ulrike Feser

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RINGVORLESUNG
dienstags 19–21 Uhr, c.t.
(Fasanenstr. 1b, Raum 322, 10623 Berlin)

11.11.2014: Kim Feser und Matthias Pasdzierny, Einführung (UdK Berlin, Musikwissenschaft).

18.11.2014: Jens Gerrit Papenburg, Low End Theory. Taktile Klänge der Disco- und Clubkultur als musikanalytische Herausforderung? (HU Berlin, Lehrstuhl Theorie und Geschichte der populären Musik).

25.11.2014: Stefan Goldmann, Werkzeug-Konturen – Presets, Normierungen, Readymades (Berlin).

02.12.2014: Felix Denk (zitty, Berlin), Sven von Thülen (Berlin) und Ulrich Gutmair (taz, Berlin), Gespräch zu Berlin Techno – „Der Sound der Wende“, „Der Klang der Familie“, „Party auf dem Todesstreifen“

16.12.2014: Abschlussdiskussion.

INTERNATIONALE TAGUNG
12.–13. Dezember 2014, 10–21 Uhr
(Hardenbergstr. 33, Raum 102, 10623 Berlin)

Freitag, 12.12.2014

10.00: Eröffnung

10.30: Techno und Pop

Jochen Bonz, Zeitläufe der Techno Music. Vom großen Ungekannten der Popmusik der 80er Jahre zum Modell für den Pop der Gegenwart (Universität Innsbruck, Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie).

Diedrich Diederichsen im Gespräch: Ist Techno Pop? (Akademie der bildenden Künste Wien, Institut für Kunst- und Kulturwissenschaften).

12.30: Produktion und Performance – Techno-Analyse

Barbara Volkwein, Klangzeitgeschehen. Werkanalyse elektronischer Clubmusik (Dortmund).

Martha Brech, Zwischen den Ohren – Chill out und konzertantes Techno (TU Berlin, Institut für Sprache und Kommunikation, Fachgebiet Audiokommunikation).

13.30 – 15.30: Mittagspause

Kim Feser, „Immer auf die Eins“?! Zu musikalischen Möglichkeiten von Hardware-Sequenzern (UdK Berlin, Musikwissenschaft).

Mark J. Butler, Communicative Strategies and Ideologies of Liveness in Laptop Performance (Northwestern University, Bienen School of Music, Evanston/USA).

Gabriele Klein, Körperereignis Techno – Musik für den Dancefloor (Universität Hamburg, Institut für Bewegungswissenschaft).

19–21: Techno Review Lounge. Tracks mit Text-Projektion
Sascha Kösch / Bleed (Autor/DJ, Berlin).

Samstag, 13.12.2014

10.00: Archiv, Zeitzeuge, Feldforschung – Quellen und Methoden

Daniel Schneider, Party im Schuber. Über die Archivierbarkeit der Technoszene (Archiv der Jugendkulturen e.V., Berlin).

Judith Keilbach, Der Zeitzeuge als Figur der Popgeschichtsschreibung (Universiteit Utrecht, Department of Media and Culture Studies).

Luis-Manuel Garcia, Anonym, verkörpert, anders. Queere Angelegenheiten bei der Feldforschung in Techno-Szenen (Rijksuniversiteit Groningen, Arts, Culture, and Media Department).

Rosa Reitsamer, Grounded Theory – ein brauchbares Werkzeug für die Techno-Forschung? (Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, Institut für Musiksoziologie).

13.30: Mittagspause

15.30: Techno-Geschichtsschreibung in Deutschland

Matthias Pasdzierny, Techno und die deutsche Vergangenheitspolitik (UdK Berlin, Musikwissenschaft).

Alexander Weheliye, Soundtrack ohne Soul? Germanozentrismus und Techno-Historiographie (Northwestern University, Department of African American Studies, Evanston/USA).

Sean Nye, Minimal By Design. Die Berliner Republik und Minimal Techno (University of Southern California, Thornton School of Music, Los Angeles).

19.00 – 21.00: Fraktus – ein Techno-Mythos? Gespräch, Film, Musik
mit Carsten Meyer / Erobique (Produzent des „Fraktus“-Sounds, Hamburg),
Jacques Palminger (Musiker/Performance-Künstler, „Bernd Wand“ bei „Fraktus“, Hamburg),
Klaus Walter (Radio-DJ/Autor, Frankfurt a.M.).