„Dig it!“ Musikentdecker-Doku bei Arte

arte-dig-it

David hat mich netterweise auf die Arte-Reihe „Dig it!“ aufmerksam gemacht. Das ist eine Dokumentation, die derzeit aus 16 Teilen besteht. In jeder Folge geht es darum, wie Menschen Musik entdecken, als Crate-Digger, DJs, im Internet oder auf anderen Wegen – und wie das die Musik, die Rezeption und die Produktion verändert. Gleichzeitig lädt die interaktive Website dazu ein, selbst zur Entdeckerin zu werden – durch Links zu Youtube, Spotify oder Soundcloud.

Der Sound von morgen: ein Potpourri aus Re-Edits und Remixen alter, teils vergessener Musikperlen: Die interaktive Webserie Dig it! erforscht in verschiedenen Ländern eine neue Musikwelt, in der Eigeninitiative, weltweites Teilen und die Fusion verschiedener Kulturen zum Standard werden.
Dabei steht die Frage im Zentrum: Wie erleben wir Musik? Wie werden wir sie in der Zukunft erleben? Wie wird Musik ihren Weg zu den Menschen finden und wer wird Einfluss darauf haben? Die Serie folgt Diggern, den leidenschaftlichen Goldgräbern rarer Sounds, und taucht ein in die Welt des Worldwide Soundsystems, in dem sich mehr denn je verschiedene Einflüsse und Kulturen aller Kontinente vermischen.

Hab mir mehrere Folgen angesehen, alle haben mir gut gefallen. Was mir aber bei der Reihe fehlt, ist der Zusammenhang zwischen den 16 Videos. Sollte das mal eine komplette Doku werden und dies sind die einzelnen Teile davon? In welchem Verhältnis stehen die jeweiligen Einblicke in die bunte Welt des Musik-Entdeckens? Das wird leider nicht geklärt und weil auf der Landingpage über die einzelnen Videos auch nix steht außer dem Titel, muss ich mir das selber zusammenreimen. Beim Medienpartner intro.de wird ein kleines bisschen mehr Zusammenhang gestiftet:

In 16 Folgen werden die Auswirkungen des Internets auf die Musik selbst und unser Konsumverhalten erforscht – wie und wo suchen wir heute nach Musik? Was macht die Blogosphäre rund um Musiker und Trends mit uns und mit der Musik? Und was wird der Sound von Morgen sein? Diesen und anderen Fragen geht die Serie nach, und bietet gleichzeitig die Möglichkeit, Nischenkünstler und ungewöhnliche Sounds kennen zu lernen, Musikern gleich in verschiedenen Netzwerken zu folgen und entsprechende Playlists anzuhören, wenn die Neugier erst einmal geweckt ist.

In the Mix: Deathhop – Intoxinated Breaks

Fett ansteckende Mischung von DJ Deathhop, der in einer Stunde 50 „Intoxinated Breaks“ zusammenmixt. Richtig dickes Ding!

50 Breaks in 60 minutes. Folk, Funk, Psych and Soul Breaks from all over the world.

 

[via Pipomixes]

Discogs Scan App „MilkCrate“ für iOS

Crate Diggin in Sydney

Diggin‘ wird digitaler: Nachdem im Sommer 2014 die iCrates-App eingestampft wurde, gibt es nun eine von Discogs selbst bereitgestellte App, mit der sich die Barcodes von Platten scannen lassen. Mit MilkCrate für iOS wird die Scheibe nach dem Scan identifiziert und man kann sich ihren Discogs-Marktwerkt anzeigen lassen oder sie in die eigene Sammlung übernehmen. Eine vergleichbare App für Android ist bereits von einem anderen Hersteller verfügbar.

Milkcrate (Bild von den Blogrebellen)

Bei den Blogrebellen gibt es einen lesenswerten Artikel zu Milkcrate.

iCrates App wird eingestellt

iCrates-App-Off

Vor kurzem vermeldete das iCrates Magazin aus Berlin die Nachricht, dass ihr Scan- und Suchdienst von Schallplatten eingestellt worden ist. Die Gründe dafür wurden ebenfalls in der Pressemitteilung angeführt und liegen vor allem in ungeklärten Problemen mit dem Datenbankdienst Discogs.

Hi everybody,

We’re afraid to say we have some sad, sad news.

For the last 5 years we’ve been building a service called the iCrates App to support all your record digging adventures. The app and the accompanying magazine was built without funding or investment, just driven out of the love for music and the passion to create something unique and real within the often overhyped realms of the internet.

But, unfortunately today we’ve had to close the iCrates App.

As most of you have experienced over the last few weeks, the App has had several problems. There have been problems with the internet connection, database failures, missing images etc. Having worked constantly to try and resolve these issues, it has become clear that all the problems we’ve been facing have in fact been made and caused by Discogs, our App’s main data source.

For the last year (ever since it received a big investment from some evil investment company), Discogs has been trying to disable all third party apps and programs that use their database, disregarding their former (holy) principle to keep all the user generated data on which Discogs is built open and accessible to everyone through their search API.
And trust us, they’ve not been playing very fair.

We have really been trying our best to find workarounds in order to keep the iCrates App running and avoid downtimes, but as became clear today, our limited successes are disproportionate to the work we have had to and will continue having to put in.

In other words, Discogs has turned to the dark side and today it is very strong!

Sorry again and thanks for staying with us for so long, it has been an awesome 5 years.

Keep digging,

Your (very sad) iCrates team

 

Das Praktische an der iCrates App war, dass der Barcode einer Schallplatte mit dem Smartphone gescannt werden und anschließend sofort in der Discogs-Datenbank der Marktpreis für jene Platte gesucht werden konnte. Ich habe das selbst einige Male im Plattenladen gemacht und hatte schnell und bequem die entsprechenden Informationen in der Hand. Für Digger natürlich eine famose Sache! Bei vielen Releases hat es auch nicht geklappt, da ja bspw. nicht alle White Labels mit Barcodes versehen werden. Trotzdem fand ich die App immer sehr hilfreich. Dass sich Discogs nun offenbar dazu entschieden hat, die iCrates App zu kicken, ist eigentlich nur dann nachvollziehbar, wenn es eine vergleichbare App von Discogs gäbe. Diese ist bisher allerdings nur für Android verfügbar.

Bleibt zu hoffen, dass iCrates sehr bald eine alternative Datenbank finden oder zumindest ihr Webmag und ihren Vinyl Only Podcast weiterbetreiben. Hier ein toller Mix von einem der ganz großen Digger: Frank Gossner. Über seine Compilation „Lagos Disco Infoerno“ habe ich übrigens mal ein Review geschrieben.

 

 

Doku: „Dramadigs – Musik aus Musik“ von Julia Haase

Screenshot aus der Doku

Letzte Woche wurde ich auf eine sehr tolle kurze Doku namens „Musik aus Musik“ aufmerksam gemacht. Im Rahmen ihrer Masterarbeit an der UdK Berlin hat Julia Haase zusammen mit Christian Limber einen Film gedreht, der das HipHop-Duo Dramadigs bei der Arbeit begleitet. Arbeit heißt in dem Fall: Crate-Diggin‘ auf dem Flohmarkt, Rückzug ins Studio, Auswählen, Sampeln, Choppen, den Beat zusammenbasteln und abschließend den eigenen Text einrappen. Ich finde die Doku auch deshalb so empfehlenswert, weil es im deutschsprachigen Raum im Grunde kaum vergleichbare Filme gibt, die so hautnah an der Produktion eines HipHop-Beats dran sind und die die einzelnen Phasen des Produktionsprozesses dokumentieren. Außerdem sind die beiden Bremer von Dramadigs wirklich sehr sympathische Jungs, denen man gerne bei der Arbeit zuschaut. Im letzten Teil des Films sprechen sie auch über urheberrechtliche Verwicklungen, mit denen sie sich beim Sampeln auseinandersetzen müssen. Sie offenbaren sich dabei nicht komplett: Ein paar Tricks behalten sie auch für sich, beispielsweise die Quellen mancher ihrer Samples und ähnliches, aber das gehört zum „Game“ natürlich auch dazu. Der Film ist veröffentlicht bei Melting Pot Music.

Auf der Bandcamp-Seite von Dramadigs gibt’s auch den aktuellen Release zu kaufen. Check this…

Beitragsbild: Screenshot aus der Doku.

Diggin‘ in the Crates… for Bricks!

lego-recordstore-by-eldeeem[via eldeeem]

 

„Welcome to Dillaville“ – Eine Radioreportage von Juliane Reil (ByteFM)

Am 14.8.2013 läuft um 12:00 Uhr auf ByteFM eine Reportage von Juliane Reil über den 2006 verstorbenen J Dilla und das von seinen ehemaligen Weggefährten neu auf den Weg gebrachte Projekt „Welcome to Dillaville“. Ölt schonmal Eure Genicke, denn es wird mit Sicherheit eine Menge toller Musik aus dem Sampler von J Dlilla zu hören sein, vorgestellt und durchs Programm geführt von Juliane Reil, die ihre journalistische Klasse bereits seit Langem bei ByteFM unter Beweis stellt und auch die Podiumsdiskussion zum Film „Sample: Not For Sale“ von Mike Redman souverän geleitet hat.

Hier ein Auszug aus dem Ankündigungstext:

Im Februar 2006 stirbt einer der einflussreichsten Hiphop-Produzenten unserer Zeit. Er wird nur 32 Jahre alt. Geboren als James Dewitt Yancey ist er der Musikwelt besser bekannt als Jay Dee oder J Dilla.

Seine Markenzeichen: ein organisch klingender Beat und soulgetränkte Produktionen. Wer seinen Namen nicht kennt, ist der Musik von J Dilla vermutlich trotzdem schon begegnet. Unzählige Künstler und Bands wie Janet Jackson, A Tribe Called Quest oder The Pharcyde hat er mit Beats versorgt.
Im Andenken an den Beatbastler aus Detroit präsentieren seine ehemalige Gruppe Slum Village, sein jüngerer Bruder Illa J und andere musikalische Weggefährten nun ein mehrstündiges Live-Programm. Welcome To Dillaville lässt das musikalische Werk von J Dilla in Bild und Song aufleben.
Im ByteFM Container informiert Juliane Reil über die Veranstaltung und gibt Einblicke in das musikalische Wirken und Leben von J Dilla.
Welcome To Dillaville wird präsentiert von ByteFM:
11.09.2013 Frankfurt ‐ Zoom
12.09.2013 Hamburg ‐ Klubsen
13.09.2013 Köln ‐ Essigfabrik
15.09.2013 Leipzig ‐ Conne Island
22.09.2013 München ‐ Strøm

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