Mashup

In the Mix: Nighthawks and the sun

Das Bild „Nighthawks“ von Edward Hopper aus dem Jahr 1942 ist weltberühmt und Vorlage zahlreicher Mashups und Remixes innerhalb der Popkultur.

Hier hingegen trifft die Sonne auf das Bild. Ein Reddit-User names NightmareAkin hat genau den Moment erwischt, in der die Bar perfekt augeleuchtet zu sein scheint.

„The way the sun shines on the picture.“ posted by NightmareAkin on Reddit

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In the Mix: Ghostemane – Mercury

Starkes Musikvideo von Ghostemane aus L.A., der irgendwie so eine Mischung aus Hip Hop, Metal und Noise macht. Ziemlich düster. Hier der Track „Mercury“ gemasht mit dem Cartoon „Betty Boop Snow White“ von 1933 (siehe unten). Passt absurd gut zusammen.

Recently I just don’t give a fuck about a thing, yuh.

Leitkültür leben – Remix your CSU Wahlplakat

Vor kurzem habe ich über das Alien/Italien-Mashup gebloggt, das „maximale Transformation bei minimaler Manipulation“ (F. Döhl) brachte.

Heute ein weiteres schönes Beispiel in dieser Reihe, diesmal aus dem Genre Wahlplakat.

[via KFMW]

Alien/Italien Mashup

Laut dem Musik- und Rechtswissenschaftler Frédéric Döhl, der zu Mashups forscht, wollen Mashup-Künstler „maximale Transformation bei minimaler Manipulation“ erreichen. Hier ein sehr geglücktes Beispiel:

In the Mix: 2many DJs – As heard on Radio Soulwax Pt. 2

Noch gar nicht so lange her, da waren die Dewaele Brüder medial wieder mal präsent. Genauer gesagt ihr begehbarer Kleiderschrank, von dem im Januar diesen Jahres einige Fotos im Netz aufgetaucht sind.

Soulwax-Vinyl-Room

[via Robyn]

Naja, die erwünschte oder zufällige Promo hat bei mir jedenfalls funktioniert, ich bin nämlich – seit Jahren das erste Mal! – auf die Website von Soulwax / 2many DJs gestolpert. Dort entdeckte ich das Video zu ihrem Mashup-Album „As heard on Radio Soulwax Pt. 2“ (2002), das bereits 2014 veröffentlicht wurde. Kannte das gar nicht, dabei ist es echt ein cooles Ding, wenn ihr mich fragt.

Kann mir sowas in der Art auch gut als Untermalung zu einem live DJ-Set vorstellen. Der DJ spielt sein Set, übermittelt die Cover der gespielten Stücke an seinen VJ, der diese wiederum in Reaktion auf das Set live masht. Oder gibt’s sowas schon?

Ich wusste bisher auch nicht, dass es nicht nur bei den Samples/Tracks, sondern selbst bei dem Cover des Albums urheberrechtliche Schwierigkeiten gab. Oh, the irony!

The cover was originally taken from a photograph of Elton John giving the two-fingered salute; designer Marc Meulemans added a brown paper bag over the head of Elton John, to avoid problems with the rights, but original photographer Richard Young refused to let them use the picture anyway. Meulemans then decided to remove the whole photograph by means of Tipp-Ex, leaving just the brown paper bag. [Wikipedia]

Girl Talks „All Day“ Samples visualisiert

All Day by Girl Talk Visualisierung

Matt Adereth hat eine gute Idee umgesetzt, nämlich die Visualisierung der 372 verwendeten Samplequellen von Girl Talks „All Day“ (erschienen 2010 auf dem Label Illegal Art). In der oberen Hälfte läuft der Stream mit den einzelnen Sample-„Bauklötzchen“ in Echtzeit. Sobald ein Sample seinen „Auftritt“ hat, erscheint das Cover davon in unteren Hälfte der Website. In dem Screenshot oben laufen also gerade drei Samples als Schichten übereinander, von Lil Jon, Kid’n Play und Simon & Garfunkel. Die Zeitleiste an der linken Seite zeigt, aus welcher Ära das Stücke kommt und verweist damit auf Girl Talks Vorliebe für die 80er und 90er Jahre. Ein nettes Tool, ich würde mir mehr solche Visualisierungen von Sample lastigen Alben wünschen, z. B. von The Avalanches, DJ Shadow oder Fatboy Slim.

Tagung: Die Produktivität von Musikkulturen, 14.-15. November 2014 in Kassel

Zum Tagungsblog: http://musikkulturen.wordpress.com

Die Tagung widmet sich den (Entwicklungs-)Dynamiken von Musikkulturen unter dem Diktum der Produktivität. Die Kultur wird in den letzten Jahren verstärkt aus kulturwirtschaftlicher Perspektive betrachtet. Begriffe aus der Wirtschaftswissenschaft gelangen verstärkt in kulturwissenschaftliche Diskurse und erfahrten dabei Anpassungen und Umdeutungen. Welche Bedeutungen kann der Begriff “Produktivität“ im Hinblick auf Musikkulturen annehmen und wie lassen sich diese “gewinnbringend” anwenden, um aktuelle Entwicklungsdynamiken zu beschreiben?

Die Rezeption von Tonträgermusik wurde mit der Etablierung des entsprechenden Marktes zu der vorherrschenden Konsumform von Musik. Heute hat der Zugang zu Kompositionsprogrammen, günstigen Instrumenten und digitalen Speicherformen den Konsumenten die Mittel zu musikalischer Aktivität in die Hand gegeben. Die dabei entstandene „Explosion“ kultureller Güter beeinflusst und verändert gesellschaftliche Strukturen des Konsums, der Teilnahme und Teilhabe nachhaltig. Musik ist heutzutage als Teil des Alltags omnipräsent, relevant – und zugleich „wertlos“ wie nie zuvor. Gleichzeitig entstanden im Zuge gesellschaftlicher Modernisierungsprozesse zahlreiche neue Organisationsformen von Musikkulturen, die unter Stichworten wie Szenen, Subkulturen, Musikindustrie, Kreativwirtschaft und Internet-Communitys diskutiert werden. Die Vielfalt solcher Organisationsformen ist wiederum durch die zunehmende Digitalisierung weithin sichtbar geworden. Entsprechend der These der „Demokratisierung“ der Produktionsmittel sind Musikkulturen heutzutage zugänglicher, nachvollziehbarer und dynamischer.

Häufig wird von einer erhöhten Produktivität gesprochen, aber diese kann auf verschiedene Weisen verstanden werden: beispielsweise ökonomisch als Input/Output-Verhältnis und Prozess der Herstellung sowie des Vertriebs kultureller Güter (Deutscher Bundestag 2008), durch die Integration des Kunden bzw. Fan als externen Faktors in den (Dienstleistungs-)Produktionsprozess (Maleri 1997, Lasshof 2006), als Bezugnahme auf kulturelle Beschreibungsformen von Musik z. B. hinsichtlich ästhetischer Qualität oder Zuwachs von Sinn (Groys 1992), als Wachstum und Ausdehnung der Kulturproduktion (Söndermann 2010), aber auch als Beschreibung von Neuheitsentwicklungen wie stilistischem Wandel oder der Entstehung neuer Kulturformen (Tschmuck 2012). Bei marginalen Musikkulturen mag der Schluss nahe liegen, dass sie unter einer ökonomischen Sichtweise doch eher unproduktiv sind. Aber greift solch eine Betrachtung unter Umständen nicht zu kurz?

Wer die Frage nach der Produktivität stellt, muss die Bedingungen definieren, auf welche sich diese bezieht. Während die Reflexion über die Produktion von Musik heutzutage wesentlich von politischen, künstlerischen und wirtschaftlichen Erwartungen und Anforderungen an „Kreativität“ (Reckwitz 2012) und den Anpassungsproblemen der Medienkonzerne an den technologischen Wandel bestimmt wird, bleiben unterschiedliche Eigenschaften der Musikkulturen und konstitutive Elemente der Schematisierung und Kommerzialisierung weitgehend unberücksichtigt.

Die Tagung möchte entsprechende Produktivitätsverständnisse und Organisationsformen von Musikkulturen vor dem Hintergrund soziologischer, kulturökonomischer und musikwissenschaftlicher Expertise vorstellen und diskutieren. Die Relevanz der Tagung liegt dementsprechend im Herausarbeiten von Produktivitätsdefinitionen sowie in der Erweiterung des Produktivitätsbegriffs am Beispiel von emergenten und etablierten Musikkulturen begründet. Die Beiträge der Tagung werden in einem Sammelband veröffentlicht.

Programm:

Freitag, 14.11.2014

Ab 13.00 Uhr
Empfang und Registrierung (Foyer des Konzertsaals)

13.30 Uhr
Grußwort des geschäftsführenden Direktors des Instituts für Musik,
Jan Hemming (Universität Kassel)

14.00 Uhr
Panel 1: Theoretische Konzeptionen des Produktivitätsbegriffs,
Moderation: Dennis Mathei (Ruhr-Universität Bochum)

Produktivität der Musik? Soziologische Kritik eines Begriffes:
Glaucia Peres da Silva (Universität Duisburg-Essen)

Herausforderungen der Konzeptualisierung der Produktivität von Musikkultur:
Aljoscha Paulus und Carsten Winter (Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover)

15.30 Uhr
Kaffeepause (Foyer des Konzertsaals)

16.00 Uhr
Panel 2: Fallbeispiele
Moderation: Holger Schwetter (Leuphana Universität Lüneburg)

Novellierungsmüdigkeit im Rahmen der aktuellen Praxis der Bundesförderung von ,Zeitgenössischer Musik‘,

Hendrik Neubauer (Universität Kassel)

YouTuber und YouTube-Musiker, Lorenz Grünewald (Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft Berlin) und Joachim Haupt (Universität der Künste Berlin)

17.30 Uhr
Kurze Kaffeepause (Foyer des Konzertsaals)

17.45 Uhr
Panel 3: Urheberrecht und Produktivität, Moderation: Jan Hemming (Universität Kassel)

Von einer Frage des Kontexts und der Aura zu einer Frage der Transformativität:
Die gegenwärtige deutsche Urheberrechtsprechung und Mashup
Frédéric Döhl (Freie
 Universität Berlin)

Vom pragmatischen Umgang unabhängiger Musiker mit dem Urheberrecht
Holger Schwetter (Leuphana Universität Lüneburg)

20.15 Uhr Abendessen

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Samstag, 15.11.2014

09.30 Uhr
Panel 4: Kreativität und Produktivität
Moderation: Hendrik Neubauer (Universität Kassel)

Kreativität der Umgehung oder Umgehung der Kreativität?
Georg Fischer (Freie Universität Berlin)

Post-Kreativismus: Zur (Re-)Produktionslogik der (Berliner) Techno-Szenewirtschaft
Jan-Michael Kühn (Technische Universität Berlin)

11.00 Uhr
Kurze Kaffeepause (Foyer des Konzertsaals)

11.15 Uhr
Panel 5: Produktivitätsdynamiken,
Moderation: Jan-Michael Kühn (Technische Universität Berlin)

Wer gewinnt, verliert: Populäre Musik und Konsekration
Jonathan Kropf (Universität Kassel)

Über die Inputfaktoren der Nischenmusikproduktion
Dennis Mathei (Ruhr-Universität Bochum)

12.45 Uhr
Mittagsimbis (Foyer des Konzertsaals)

13.15 Uhr
Abschlussdiskussion
Moderation: Holger Schwetter (Leuphana Universität Lüneburg)

14.00 Uhr Schluss

Klanginstallation: Untitled. – Über Bedroom Producer und Strategien der künstlerischen Selbstvermarktung.
Ein Radiofeature von Marcus Glahn, Bauhaus-Universität Weimar 2014. An beiden Tagen in Raum 1012.

Veranstaltungsort: Universität Kassel, Institut für Musik (IfM), Konzertsaal (Untergeschoss),

Mönchebergstr. 1, 34125 Kassel

Anfahrt: Tram-Linien 3/6/7 bis ,Katzensprung‘ oder Bus-Linie 10 bis ,Mönchebergstraße‘

Tagungsbüro: Universität Kassel, Institut für Musik (IfM), Raum 2023 (2. Etage),

Mönchebergstr. 1, 34125 Kassel. Telefon: 0561 804-4799