The Eclectic Method – A brief history of sampling

The Eclectic Method – A brief history of sampling

Sampling reflexiv: The Eclectic Method, ein verdientes Mashup-Duo aus Großbritannien, das vor allem an der Schnittstelle von visuellen und auditiven Medien bastelt, hat ein kleines, aber feines Video online gestellt. Es geht um die Geschichte des Samplings, aber nicht narrativ von einer Person erzählt, sondern als Zusammenschnitt von Aussagen, Samples und Platten einflussreicher Musiker. Hat man alles so ähnlich schon mal woanders gesehen bzw. gehört, aber halt noch nicht so. Viel Spaß!

Das sind doch Peanuts!

Eine kleine Sammlung aus Originalen und Mashups:

am 19.02.14 sind die Peanuts als Velvet Underground neu dazu gekommen:

peanuts_velvet_underground

01 buying records

02 real proud of my record collection03 linus_peanuts_records - 320

schröder_wu_tang_32004 meet_schroeder_32005 schroeder turntable 320

Logo of Schroeder 1200

06_jdilla_peanuts_tumblr_ljvc3jGfys1qi20hro1_320snoopy2

snoopy107 mark-drew-wanna-hear-wu-tang320 08 mark drew Charly Brown 320Die untersten beiden stammen aus der Ausstellung  „Deez Nuts“ von Mark Drew.

Hier gibt’s noch mehr HipHop flavoured Peanuts Stuff.

Everything is a Remix Part 2 – Sampling in Filmen

Ahoi hoi,

der zweite Teil der insgesamt vierteiligen und bisher sehr sehenswerten Serie von „Everything is  a Remix“ ist vor ein paar Tagen erschienen. Der Kopf hinter der Serie, der US-amerikanische Regisseur und Autor Kirby Fergusan, lässt diesmal tief in das Referenz- und Zitatsystem Film blicken, das knapp zehnminütige Video ist tight gemacht und hübsch illustriert mit Beispielen:

 

Wie Spiegel Online lustigerweise vor ein paar Tagen meldete, bedienen sich nicht nur Hollywood oder Babelsberg dieser Technik, sondern auch chinesische Fernsehproduzenten, die Szenen aus dem Bomberfilm „Top Gun“ für ein militärisches Propagandavideo übernahmen. Medienübergreifend, sozusagen. Fehlte eigentlich nur noch der Credit im Abspann, und alles wäre fein geworden… Fergusan hat schon Recht mit seiner These vom „Everything is a Remix“:

 

Weitere Videos über’s Sampling übrigens hier.

Und Simpsons Sampling hatten wir hier.

[via cut, copy and paste]

www.everythingisaremix.info

Sampling-Videos im Netz

2010-12-16

Auf dem JuS-Kanal auf Youtube findet ihr nun einige Videos, die im Laufe der Zeit zusammen gekommen sind und die alle auch mit Sampling, Digging und Artverwandtem zu tun haben. Die Idee ist, die Liste laufend zu aktualisieren und das vorhandene Material zu sammeln. Es finden sich kleine Dokus, interessante Tracks und andere feine Goodies.

 

Unter anderem gibt’s dieses schöne Video von DJ Dbefekt, kompakt zusammengeschnitten und in einem eleganten 6-Minuten Häppchen für Youtube verpackt: DJ Dbefekt – Sampling

 

Etwas kürzer, aber auch sehr informativ und ansehnlich aufbereitet ist diese kleine Doku über die Akai MPC a.k.a. „The Two Hand Band“:

Und hier noch drei Videos, die Sampling auch auf der musikalischen Ebene thematisieren:

 

Eins Zwo – Rechte Dritter

 

Paul Frick – Steal my Heart

 

Pablo – The Story of Sampling

Auf Vimeo finden sich übrigens auch ganz interessante Sachen. Dies hier ist eine über 20-minütige Dokumentation namens „Walking on Eggeshells: Borrowing Culture in the Remix Age“, die als Seminararbeit an der Universität in Yale zum Themengebiet Aneignung, Besitz und Kultur angefertigt wurde.

 

Und zu guter Letzt noch den ersten der vier Teile von „Everything is a Remix“, in denen versucht wird den Remix als zentrale Kulturtechnik der Postmoderne zu beschreiben.

Simpsons Sampling

2010-10-21

Wer die Simpsons kennt, weiß, dass sich die Serie gerne aus allen möglichen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens Ideen und Inputs verschafft. Springfield ist wohl der Stereotyp eine US-amerikanischen Kleinstadt mit all ihren Abgründen und Neurosen schlechthin. Dort werden reale und aktuelle Probleme und Ereignisse diskutiert, kritisiert, parodiert und ironisiert (wie es zum Beispiel der Aufsehen erregende „Couchgag“ von Banksy tat). Manchmal tauchen auch Gastsprecher auf, die ihren eigenen Charakter als Quasi-Cameo selbst synchronisieren (wie beispielsweise die Boygroup N-Sync).

Daneben werden natürlich auch haufenweise Anleihen, Zitate und Persiflagen aus und auf andere Filmen, Serien und TV-Shows gemacht. Manchmal kommen einem die Szenen so seltsam bekannt vor, kann sie aber nicht richtig zuordnen, weil einem die originale Vorlage gerade nicht zur Hand ist. Die folgenden Internetseite hat 40 Szenen aus den Simpsons genommen, die teilweise Eins-zu-Eins vom Original übernommen, d. h. nachgezeichnet wurden, und sie den Originalszenen gegenübergestellt. Oft wurde auch einfach die Idee einer Szene im Stile des Originals verwendet im Sinne einer Inspiration oder eines indirekten Zitats. Die Frage ist natürlich auch, ob sich hier überhaupt von Sampling sprechen ließe, da ja die Szenen nachgezeichnet und nicht in Originalform übernommen wurden.

http://www.euphoria-magazine.com/lifestyle/36-lifestyle/181-40-movie-scens-that-the-simpsons-used

Collagen als Erinnerungsschleifen: Memory Loops

2010-09-23

„Memory Loops“ ist ein interessantes Beispiel dafür, was sich mit der Technik des Samplings und der Collage fernab von populärer Musik noch alles verwirklichen lässt. In dem virtuellen Kunstwerk und Denkmal für die Opfer des Nationalsozialismus, das aus 300 deutschen und 175 englischen Tonspuren besteht, werden Geräusche, Musik und Sprachdokumente aus der Zeit des NS-Regimes und von heute miteinander collagiert.

Die historischen Musik- und Sprachdokumente, teilweise neu eingesprochen, teilweise auch im Original, sollen als Zeitzeugenberichte mit aktuellem Material zusammengeschnitten werden, um eine Verbindung zwischen der Gegenwart und der NS-Zeit herzustellen und auf diese Weise den Opfern zu gedenken. Die Tonspuren lassen sich im Internet als auch in verschiedenen Münchner Museen anhören; daneben soll es ebenso möglich sein, durch einen Anruf vom Handy aus die Tonspuren abzurufen und so an historisch wichtigen Orten in München direkt anzuhören. Die Idee dahinter ist, eine an NS-Regime erinnernde Topographie der „ehemaligen Hauptstadt der Bewegung“ München zu zeichnen.

Das von Michaela Meilen, ihres Zeichens Professorin für zeitbezogene Medien an der Hochschule für bildende Künste (HfbK), Hamburg, konzipierte und realisierte Projekt ging als Gewinner aus dem Kunstwettbewerb des Stadt München „Opfer des Nationalsozialismus – Neue Formen des Erinnerns und Gedenkens“ hervor.

Die Eröffnung von „Memory Loops“ findet heute, 23.09.10, um 18 Uhr in München statt. Nähere Informationen finden sich auf der Internetseite des Projekts.

http://www.memoryloops.net/de/about

Vom BR gibt es einen auch ein guten Beitrag dazu: http://www.br-online.de/kultur/michaela-melian-memory-loops-erinnern-ID1284559117214.xml

Von semantischer Piraterie und kulturellem Kannibalismus

2010-09-15

aus: Ursus Wehrli - Kunst aufräumen (2002)

Nicht nur musikalisch sondern ganz allgemeingesellschaftlich interessant ist dieser Vortrag über Aneignungs-, Arrangierungs- und Deutungspraktiken kulturellen Materials von Martin Butz: „Antropofagia: Von Menschenfressern, Prosumenten und einer eigenartigen Kultur“, vom Chaos Computer Club auf Video getaped und hier online zur Verfügung gestellt: http://media.ccc.de/browse/conferences/sigint10/sigint10_3845_de_antropofagia.html

Der Vortrag spannt einen weiten Bogen ausgehend vom Konzept der Antropofagie über Remix, Sampling und Sweded Versions bis hin zu Le-Parcour-Bewegung. Der 1928 veröffentlichter Ansatz der Antropofagie (oder Anthropophagie) ist ein ursprünglich brasilianisches Konzept  einer „emanzipatorischen Kulturtechnik“, der es darum ging, die koloniale Herrschaft und die damit verbundenen dominanten Deutungsmuster zu unterwandern, umzudeuten, zu verändern und damit anzueignen. Die Kernthese lautet: „Die Dekomposition, das Auseinanderpflücken, die Ignoranz gegenüber dem ursprünglichen Zusammenhang der Teile erschafft einen neuen Sinn. Indem der vormalige Kontext eines Gegenstands (einer Idee, einer Technologie, eines Verbraucherangebots) ignoriert, die Gebrauchsanweisungen und Nutzungsgebote missachtet werden, macht der Antropophage sich und den seinen den Gegenstand des Interesses zu eigen.“

Die Zitate und weitere Informationen zum Vortrag finden sich hier: http://events.ccc.de/sigint/2010/wiki/Fahrplan/events/3845.de.html