Trevino

Marcus Intalex im Interview: Drum’n’Bass, Berlin, Golf und neues Doppelalbum „Front“/“Back“

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Marcus Kaye alias Marcus Intalex alias Trevino gibt ein Interview für Das Filter und sagt einige kluge Dinge, vor allem über Aufstieg und Fall des Drum’n’Bass, Berlin als creative hub und über seine Liebe zum Golfsport. Fun fact: Seinen House-Pseudonym Trevino hat er übrigens von dem Golfer Lee Trevino.

Die Hochzeit war Ende der 1990er-Jahre. Aber das ganze Business wurde zu sehr von den großen DJs dominiert. Wenn man im Drum and Bass was reißen wollte, brauchte man Tracks, die die Stars im Zirkus spielen. So landete man schnell bei Formelhaftigkeit. Es ging oft um physische Effekte. Es musste knallen. Für Subtiles war da kaum Platz. Heute gibt es zwar viele Ausprägungen von Drum and Bass, aber das Mainstream-Ende davon ist doch – ehrlich – ziemlicher Müll. Es geht nichts vorwärts. Es gibt noch einen Underground, der ist spannend, aber der ist mittlerweile so underground, den sieht man nicht. Am Ende ist das Genre Drum and Bass verflucht. Wer hört heute noch Musik, die das Label trägt?

[…]

Wenn du mit jemandem sprichst, der voll im Drum-and-Bass-Thema ist, wird er dir bestimmt sagen, dass immer noch was passiert. Was ich nicht abstreiten will, es ist nur einfach nicht mehr so populär. Zu Beginn war Drum and Bass rebellische Musik. Es war gegen das bestehende System. Das verfickt hohe Tempo alleine schon – 175 Schläge die Minute passen mit rein gar nichts zusammen. Bei House, Techno und Dubstep ist das anders. Da spielen sich die Tempi im ähnlichen Bereich ab. Die Stile kannst du alle miteinander mixen. Aber Drum and Bass passt da nicht rein. Dann kommt hinzu, dass gerade in England Drum and Bass heute Pop ist. Es läuft im Mainstream-Radio, Tracks gelangen in die Top Ten. So was kann doch keine rebellische Musik mehr sein.

Trevinos neues Doppelalbum heißt „Front“ bzw. „Back“ und klingt echt nice. Die DnB-Nummern von früher mag ich auch, aber seit „Backtracking“ stehe ich einfach auf seinen sehr charakteristischen Sound als House-Produzent.

 

In the Mix: Ghost Notes – Circus Podcast 03

Sehr verehrte Damen und Herren, mein liebes Publikum,

wir unterbrechen das Programm für eine kurze Reklamesendung: im September 2012 ließ die Berliner Crew vom Circus Homo Novus die dritte Mischung ihrer sehr empfehlenswerten Podcast-Serie vom Stapel. Diesmal hinter den Decks: Ghost Notes.

Auch die anderen Teile sind äußerst reinziehenswert. Da wären zum Einen die dubbigen Eskapaden eines gewissen Dub Peteph, eine fluffige Liquid Mix Session von Jimi Handtrix, eine tolle bassig-verkopfte Angelegenheit aus den Französischen Alpen von Cloudn# sowie eine eskapistische Verzauberungsmaschine von Almereyda. Findet sich auch alles hier, zum Download: http://circushomonovus.de/category/podcast

Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Und nicht vergessen: Immer schön groovig bleiben in den Gelenken.

Ihre Jäger und Sampler

 

Tracklist Ghost Notes:

  1. Dublex Inc. – Nifty Night [Pulver]
  2. Audiojack – Get serious [20:20 Vision]
  3. Dexter – X7D [Ostgut Ton]
  4. Marc Romboy & KiNK – Don’t shake my tree [Ovum]
  5. Whare – Pretty Lady (Matt Flores Remix) [Tjumy]
  6. Jon Convex – Shadows [Convex Industries]
  7. Trevino – Discovery [Revolver]
  8. Simon/off – Take it back [forthcoming on Disko404]
  9. Wasserstoff – Purgatorio [Metrofon]
  10. Boddika – Acid Jackson [Swamp81]
  11. A1 Bassline – Shock Headed [Tighten Up]
  12. Guttershake – Fibroptickz [Roska Kicks & Snares]
  13. Evil Nine – Crooked (Bassbin Twins Remix) [Marine Parade]
  14. Dark Sky – F Technology [Black Acre]
  15. Bonobo – Eyesdown (Floating Points Remix) [Ninja Tune]