Musikkulturen

Konferenz: Auditive Wissenskulturen. Das Wissen klanglicher Praxis, 18.–21.6.2014, Graz

Im Juni 2014 steht eine weitere Tagung an, bei der ich teilnehmen und vortragen werde. Diesmal ist es die viertägige Konferenz über „Auditive Wissenskulturen“ Mitte Juni in Graz. Die Keynotespeaker sind Karin Knorr-Cetina (Konstanz/Chicago) und Philip V. Bohlman (Chicago/Kassel). Programm und Organisation sind sehr vielversprechend! Wer noch teilnehmen möchte, kann sich hier anmelden.

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Aus dem offiziellen Ankündigungstext:

Institut für Ethnomusikologie, Universität für Musik und darstellende Kunst Graz
Zentrum für Systematische Musikwissenschaft, Karl-Franzens-Universität Graz

AUDITIVE WISSENSKULTUREN. DAS WISSEN KLANGLICHER PRAXIS

Die sozial- und kulturwissenschaftliche Erforschung musikalischer und anderer klanglicher Praktiken ist stets mit spezifischen Wissensformen konfrontiert, die aber zumeist nur implizit behandelt werden. Die Rolle, die Musik und andere Klänge in verschiedenen sozialen und kulturellen Kontexten spielen, hängt unmittelbar mit dem Wissen sozialer Akteurinnen und Akteure zusammen, welches in bestimmter Weise (re)produziert wird. Wis- sen nimmt dabei sowohl diskursiv verfügbare, kognitive und explizite Formen an, als auch körperlich-gebundene, praktische und oft implizite. Verschiedene kulturelle Kontexte prägen auditive Wahrnehmungen, unterschiedliche soziale Prozesse geben Schall Bedeutungen, machen ihn zu Lärm, Geräusch, Signal oder Musik. Verschiedene Disziplinen bieten hier unterschiedliche Zugänge mit ihren jeweiligen Vorzügen an, die im Symposium durch gegenseitigen Austausch gestärkt werden sollen.

Auditive Wissenskulturen umfassen die Produktion, Distribution und Anwendung klanglichen Wissens und machen Schall und Klänge zu Trägern spezifischer Bedeutungen, die an ein bestimmtes Verstehen gekoppelt sind und auch in ihrer Erzeugung mit bestimmten Kompetenzen verbunden sind. Klänge dienen zur Heilung, dem Erkenntnisgewinn, oder als Warnung vor Gefahren, zur Konstruktion von Identitäten oder zur Vertreibung unerwünschter Subjekte. Auditives Wissen ist somit in Machtverhältnisse integriert und auch mit der Produktion und Reproduktion sozialer Ungleichheitsverhältnisse verbunden.

Im interdisziplinären und internationalen Symposium „Auditive Wissenskulturen: das Wissen musikalischer Praxis“ wird ein explorativer Austausch zwischen verschiedenen Zugängen aus Kultur-, Geistes-, und Sozialwissenschaften stattfinden, wodurch auditive Wissenskulturen aus unterschiedlichen Perspektiven vorgestellt, verglichen und diskutiert werden können.

WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN UNTER:

WWW.AUDITIVEWISSENSKULTUREN.AT

Das breite Programm lässt ebenfalls eine intensive und anregende Auseinandersetzung mit „auditiven Wissenskulturen“ erwarten, sowohl in theoretischer als auch in empirischer Hinsicht!

Mittwoch, 18.6. – Karl-Franzens-Universität, ReSoWi Bauteil A, SZ 15.21

 

ab 9:00

Registrierung

 

 

 

 

9:45

Eröffnung

Richard Parncutt (Graz), Gerd Grupe (Graz): Grußworte

 

 

Hein Schoer (Wiesbaden): The Sounding Museum (Einführung zur Installation)

 

 

 

10:30

Keynote Lecture
chair Martin Winter

Karin Knorr-Cetina (Konstanz/Chicago): Wissenskulturen: Was ist das und was wissen wir über sie?

 

 

           mit Kommentar von Philip V. Bohlman

12:00

Pause

 

 

 

 

12:30

Perspektiven
chair Bernd Brabec

Jin-Ah Kim (Berlin): Musik als auditives Wissen aus praxeologischer Perspektive

 

 

Matthias Lewy (Berlin): Auditive Formen des Wissenstransfers in den Guyanas

 

 

Wolfgang Gratzer (Salzburg): Wer weiß? Musikhören, Wissen und die Annahme auditiver Wissenskulturen

14:30

Pause

 

 

 

 

16:00

Hören als Methode
chair Malik Sharif

Gregor Kokorz (Graz): Hermann von Helmholtz und die Erfindung des Hörens als wissenschaftliche Methode

 

 

Axel Volmar (Siegen): Klang-Experimente. Zur Geschichte der auditiven Kultur der Naturwissenschaften seit 1800

 

 

Judith Willkomm (Siegen): „Ich seh halt nichts, ich hör nur was“: Über implizites Hörwissen von Fledermäusen

 

 

Fritz Schlüter (Berlin): Soundscape-Ethnographien? Field Recordings im Rahmen ethnographischer Stadtforschung

18:30

Pause

 

 

 

 

19:00

Keynote Lecture
chair 
Bernd Brabec

Philip V. Bohlman (Chicago/Kassel): Auditives Wissen im Moment der Ekstase

 

 

           mit Kommentar von Karin Knorr-Cetina

 

 

 

20:30

Empfang

 

Donnerstag, 19.6. – Kunstuniversität, Reiterkaserne, Ira Malaniuk-Saal

(Klanginstallation von Hein Schoer im Seminarraum 150 und Poster-Ausstellung im Konferenzraum)

 

9:00

Klangontologien
chair Frithjof Nungesser

Angela Grünberg (Sheffield): Klang als Handlung: Ausdruck einer Beziehung zur Welt und ihrer Tatsachen

 

 

Wei-Ya Lin (Wien): Bei uns gibt es keine sogenannte Musik, wirmianoanood (singen)! – Eine Studie zur Erforschung des auditiven Wissens der Tao

 

 

Malik Sharif & Bernd Brabec de Mori (Graz): Auditives Wissen und ontologisch-epistemologischer Relativismus. Ein Dialog für zwei Ethnomusikologen

 

Pause

 

 

 

 

11:30

Sozioakustik
chair  Armin Ziegler

Thomas Kusitzky (Weimar/Berlin): Bedingungen einer Kultur des auditiv-städtischen Gestaltens

 

 

Thomas Felfer (Graz/Lech): Auditive Forschung mit Kindern

 

 

Maria Dillschnitter (Halle/Lübeck): Doing hearing? Zum Wissen über das Hören in der Hörgeräteversorgung

13:30

Mittagspause

 

 

 

 

15:00

Lokalitäten
chair Sabrina Sattmann

Thomas Järmann & Johannes Müske (Zürich): Klingende ‹Swissness›. Geistige Landesverteidigung in der klanglichen Praxis des Schweizer Auslandsradios – Schallarchivalien als kulturwissenschaftliche Quellen

 

 

Anna Schmidt (Göttingen): Audiosphären als Basis lokaler musikalischer Klangästhetiken

 

Pause

 

 

16:45

Musikbeitrag

Erica Bisesi (Graz/Gorizia), Klavier: Wanderung, Verwandlung und Verklärung

 

 

 

17:30

Machtverhältnisse
chair Sarah Zapusek

Nora Bammer de Rodriguez (Krems/Wien): Die Macht singender Shuar und ihrer Geister

 

 

Susanne Sackl-Sharif (Graz): Zum auditiven (Geschlechter-)Wissen von Metalfans

Freitag, 20.6. – Kunstuniversität, Reiterkaserne, Ira Malaniuk-Saal

(Klanginstallation von Hein Schoer im Seminarraum 150 und Poster-Ausstellung im Konferenzraum)

9:00

Klassifikation
chair Stefan Reichmann

Martin Winter (Aachen): Musikgenres als Wissen: Die Ko-Konstruktion von Punkrock und Männlichkeiten.

 

 

Kai Ginkel (Darmstadt/Wien): Das Wissen des Noise: Zur „sozio-sonischen“ Bedeutung von Klang

10:15

Poster Session

 

 

 

 

11:15

Musicking
chair Susanne Sackl

Christian Müller (Freiburg): Doing Jazz – zur Konstitution einer kulturellen Praxis

 

 

Matthias Haenisch (Potsdam): Verteiltes Handeln – Wissen in Interaktion. Zur Performativität zeitgenössischer Improvisation

 

 

Holger Schwetter, Lena Respondek & Dominik Schrage (Kassel/Lüneburg): „Wenn Du das oft genug erlebt hast, dann arbeitest Du gezielt darauf hin, weil es so unheimlich schön ist.“ Implizites Wissen und die Organisation musikalischen Erlebens

13:15

Mittagspause

 

 

 

 

15:00

Musikbeitrag

Fränk Zimmer & Heimo Ranzenbacher (Graz), sounding lecture: from the distance

 

 

 

15:30

Klangproduktion
chair Martin Winter

Felix Gerloff & Sebastian Schwesinger (Berlin): Remixen. ccMixter als klangkulturelles Dispositiv

 

 

Georg Fischer (Berlin): „Keep it real!“ Das Wissen klanglicher Praxis in der Samplingkultur des HipHop

 

 

David Waldecker (Darmstadt): Wissensformen im Tonstudio: Zur Ethnographie des Musikaufnehmens

 

 

Patricia Jäggi (Luzern/Basel): «Bruitage. Kuhglocken vor einem Chalet (ein Flugzeug fliegt darüber)» – Das Gestaltungsmittel Geräusch als Wissensformat

 

Pause

 

 

 

 

19:00

Konzert und Dinner

im Café Stockwerk Jazz, Musik: maneki nekoč

Samstag, 21.6. – Kunstuniversität, Reiterkaserne, Ira Malaniuk-Saal

 

9:00

Identitäten
chair Juan Bermúdez

Lorenz Beyer (Wien): Transkulturelle Wissensdistribution und bayerische Codierung. Fallbeispiel aus Oberbayern: LaBrassBanda, die Cubaboarischen, Monaco Fränzn

 

 

Rinko Fujita (Wien): Verfremdung der eigenen Musik: zum Problem der empirischen Untersuchung traditioneller japanischer Musik

 

 

Ania Mauruschat (Basel): Oszillator, Bandmaschine, Cut-Up, Loop, Rewind: Das auditive Wissen der Produzentinnen des BBC Radiophonic Workshop

 

Pause

 

 

 

 

11:30

Multimedia
chair Florian Eckl

Sandra Aßmann & Peter Moormann (Köln): Musik erleben – Musik erlernen: Prozesse der Wissens- und Bedeutungsgenerierung am Beispiel des Computerspiels

 

 

Barbara Alhuter (Wien): Auditive Wissenskulturen im Mainstream-Film

 

Umbaupause (kurz)

 

 

 

 

12:45

Musikbeitrag

Bertl Mütter (Steyr): listening comprehension

 

 

 

13:30

Abschlussdiskussion
chairs Martin Winter & Bernd Brabec de Mori

Auditive Wissenskulturen – Konzepte, Ausblick, Publikation der Beiträge

 

 

Podium: Karin Knorr-Cetina (Konstanz/Chicago), Philip V. Bohlman (Chicago/Kassel), Rosa Reitsamer (Wien), Gerd Grupe (Graz)

15:00

Ende der Tagung

 

 

 

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CfP: Die Produktivität von Musikkulturen (14./15. Nov. 2014 in Kassel)

Vom 14.-15. November 2014 findet an der Universität Kassel das Promotionskolleg “Die Produktivität von Musikkulturen”, das von der AG “Popularmusik und Gesellschaft” organisiert wird. Die Tagung widmet sich den (Entwicklungs-)Dynamiken von Musikkulturen unter dem Diktum der Produktivität. Die Kultur wird in den letzten Jahren verstärkt aus kulturwirtschaftlicher Perspektive betrachtet. Begriffe aus der Wirtschaftswissenschaft gelangen verstärkt in kulturwissenschaftliche Diskurse und erfahrten dabei Anpassungen und Umdeutungen. Welche Bedeutungen kann der Begriff “Produktivität“ im Hinblick auf Musikkulturen annehmen und wie lassen sich diese “gewinnbringend” anwenden, um aktuelle Entwicklungsdynamiken zu beschreiben?

Mögliche Fragestellungen:

  • Welche Produktivitätsverständnisse zeigen sich als besonders leistungsfähig sowie relevant für Musik und was genau beschreiben sie?
  • Sind Musikkulturen tatsächlich produktiver geworden?
  • Wie entwickeln sich Musikkulturen im Zusammenhang mit und in Abgrenzung zu digitalen Produktions- und Distributionsbedingungen?
  • Was sind die Folgen der digitalen Produktions- und Distributionsbedingungen für die ästhetische Entwicklung?
  • Wie wirken Grenzbedingungen einerseits in Form von Wertungsschemata a la E- & U-Musik oder Charts, andererseits als Urheberrecht auf die stilistische Entwicklung und Produktionstechniken wie beispielsweise CutUp, Sampling, Remixing und Mash Ups ein?
  • Wie ist das Verhältnis von Innovation und Konvention in der Entwicklung musikalischer Szenen und deren kulturellem Output?
  • Verschieben sich die Produktionsverhältnisse vom Konsum hin zu einer neuen vermehrt produzierenden Amateur-, respektive Prosumentenkultur?
  • Gewinnen kleinwirtschaftliche Produktionsweisen an Raum gegenüber Medienkonglomeraten?

Grundsätzlich können auch Abstracts mit anderen Fragestellungen eingereicht werden. Die Abstracts für Vorträge von 45 Minuten Länge sollten einen Umfang von 300 Wörtern nicht überschreiten. Wir bitten um Beilage einer Kurzbiografie bestehend aus max. 150 Wörtern.

Abstracts können online an diese Adresse gesendet werden: musikkulturen AT(nospam) gmx.net

Der Einsendeschluss für Einreichungen ist der 30.04.2014. Die Festlegung der Vortragenden erfolgt bis Ende Mai 2014. Das Tagungsprogramm wird Ende Juni 2014 veröffentlicht.

Organisationsteam der Tagung: Jan-Michael Kühn, Dennis Mathei, Hendrik Neubauer und Holger Schwetter

Bei Fragen wenden Sie sich bitte per E-Mail an: musikkulturen AT(nospam) gmx.net

Weitere Informationen auf dem Tagungsblog.