Medienwissenschaft

SUPERCOPY – Festival der Samplingkultur, 7.-10. Mai in Mannheim

supercopy-banner

Ein richtig tolles und informatives und spannendes und unterhaltsames Festival zur Kultur des Samplings steht bevor: Es trägt den großartigen Namen SUPERCOPY und findet am zweiten Maiwochenende in verschiedenen Locations in Mannheim statt. Es gibt Vorträge, Workshops, Konzerte, DJ-Sets, Ausstellungen und am Samstag sogar ein eigenes Symposium, veranstaltet vom Institut für deutsche Sprache Mannheim. Am Sonntag wird außerdem der Film über den berühmt-berüchtigten Kunstfälscher Beltracchi gezeigt. Das Programm dreht sich also in vielfältiger Weise um die Kunst des Kopierens und möchte zahlreiche Aspekte beleuchten: Plagiate, Nachahmung, Neuschöpfung, Originalität, Remix Culture, Rekontextualisierung, die Spannung zwischen Alt und Neu oder Probleme mit Urheberrechten bzw. Copyrights.

Die Website ist – dazu passend – ein Tumblr: supercopy-festival.tumblr.com

Hier mal ein Auszug aus Pressetext und Programm:

3,5 Milliarden Jahre Sampling. Ohne Wiederholung und Variation gäbe es keine Evolution und schon gar keine Plattenspieler und Sampler, keine digitale Textverarbeitung und auch kein Copyright. Kopiert wurde schon immer, aber erst seit der digitalen Revolution ist der Kampf so richtig entbrannt um das geistige Eigentum, „das Öl des 21. Jahrhunderts“, wie der Milliardär und Medienunternehmer Mark Getty sagt.

Die ganze Welt auf einem ipod! Nie zuvor hatten wir Zugang zu mehr Werken der Kultur als heute, und nie zuvor war mehr davon im Besitz privater Hände. Das interdisziplinäre Festival SUPERCOPY widmet sich in seiner ersten Ausgabe dem wandelnden Verhältnis von Original und Kopie in Kunst, Technologie und Ökonomie. An vier Tagen präsentiert SUPERCOPY in Mannheim internationale Konzerte, Filme, Performances, Ausstellungen, Workshops und Vorträge an verschiedenen Orten der Stadt.

Vor 40 Jahren erfanden DJs in der South Bronx die ersten Breakbeats und eroberten sich mithilfe billiger japanischer Elektronik die Musik von der Industrie zurück. Was an den Rändern der Gesellschaft begann, ist heute allgegenwärtig: Die Popmusik ist gründlich durchgesampelt, aber auch Literatur, Mode, Film und die Welt der Bilder. Auf Youtube und hundert weiteren Plattformen im Netz und in der materiellen Welt arbeiten die neuen Prosumers an der Auflösung der Grenzen zwischen Konsum und Produktion, Plagiat und Zitat, Kunst und Trash, innovativ und retro, genial und dilettantisch, meins und deins. Was kommt nach Original und Kopie? SUPERCOPY.

 

Kutiman Orchestra - TLV1

Kutiman Orchestra – TLV1

SUPER PROGRAMM

Donnerstag, 7. Mai

18:00 Uhr / zeitraumexit / Kantine / ERÖFFNUNG DES FESTIVALS

18:00 – 21:00 Uhr / zeitraumexit / Kantine / EVERYTHING IS A REMIX – Ausstellung

19:00 Uhr / zeitraumexit / KOPIEREN ALS KULTURTECHNIK – Vortrag

21:00 Uhr / Alte Feuerwache / YOUR BROTHER. REMEMBER? – Performance

/

Freitag, 8. Mai

15:00 – 20:00 Uhr / zeitraumexit /  Kantine / EVERYTHING IS A REMIX – Ausstellung

20:00 Uhr / zeitraumexit / Kubus / SPLITTER – Performance

20:00 – 21:30 Uhr / Alte Feuerwache / TWIT ONE & HULK HODN SAMPLING WORKSHOP

23:00 Uhr / Alte Feuerwache / RADIO LOVE LOVE – DJ-SET

/

Samstag, 9. Mai

10:00 – 16:00 Uhr / Alte Feuerwache / KEINE ANGST VOR DER KOPIE – Symposium

15:00 – 20:00 Uhr / zeitraumexit /  Kantine / EVERYTHING IS A REMIX – Ausstellung

16:30 – 18:00 Uhr / Alte Feuerwache / Studio / WAS DARF DIE WISSENSCHAFT – Vortrag

18:30 – 20:00 Uhr / Alte Feuerwache / Studio / FALK SCHACHT & KUTIMAN – Vortrag & Gespräch

20:00 Uhr / zeitraumexit / SPLITTER – Performance

21:00 Uhr / Alte Feuerwache / Halle / KUTIMAN ORCHESTRA

23:00 Uhr / Alte Feuerwache / Halle / FALK SCHACHT DJ-SET, SUPPORT: SONDERSKOOLER

/

Sonntag, 10.Mai

14:00 – 15:00 Uhr / Institut für Deutsche Sprache / Vortragssaal / MARTIAL ARTS – Podiumsdiskussion

15:00 – 20:00 Uhr / zeitraumexit /  Kantine / EVERYTHING IS A REMIX – Ausstellung

15:00 / Odeon Kino / KUNST IST EINE LÜGE, DIE UNS DIE WAHRHEIT ERKENNEN LÄSST &
BELTRACCHI – DIE KUNST DER FÄLSCHUNG – Vortrag und Film

18:00 Uhr / zeitraumexit / HATE RADIO – Film

20:00 Uhr / zeitraumexit / HISTORY WILL NOT REPEAT ITSELF – Gespräch

Radio Love Love (c) Jeremy Fueser

Radio Love Love (c) Jeremy Fueser

Sampling ist die zentrale Kulturtechnik des beginnenden 21. Jahrhunderts. Supercopy ist das erste Festival der Samplingkultur und demwandelnden Verhältnis von Original und Kopie in Kunst, Technologieund Ökonomie gewidmet. An vier Tagen präsentiert Supercopy inMannheim internationale Konzerte, Performances, Ausstellungen,Workshops und Vorträge.

Ein Festival von Jan-Philipp Possmann und der Alten Feuerwache Mannheim in Kooperation mit

ZEITRAUMEXIT e.V.

und

INSTITUT FÜR DEUTSCHE SPRACHE
VEREIN FÜR VISUELLE KUNST UND JETZTKULTUR
DEM BEAUFTRAGTEN FÜR KULTUR- UND KREATIVWIRTSCHAFT DER WIRTSCHAFSTFÖRDERUNG DER STADT MANNHEIM
STADTBIBLIOTHEK MANNHEIM
INSTITUT FÜR MEDIEN- UND KOMMUNIKATIONSWISSENSCHAFT DER UNIVERSITÄT MANNHEIM
CLUSTERMANAGEMENT MUSIKWIRTSCHAFT
BASF KULTURMANAGEMENT

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19.-20. Februar 2015: GfM-Tagung „Treueschwur und Realitätsverlust“, Leuphana Lüneburg

Im Februar 2015 findet an der Leuphana Uni in Lüneburg die Jahrestagung der AG „Auditive Kultur und Sound Studies“ (GfM) statt. Ausgerichtet wird die Tagung vom dortigen Institut für Kultur und Ästhetik digitaler Medien. Das Programm findet sich auch hier auf der offiziellen Website der AG.

Treueschwur und Realitätsverlust
Jahrestagung der AG Auditive Kultur und Soundstudies in der
Gesellschaft für Medienwissenschaft
19./20. Februar 2015
((audio)) Ästhetische Strategien
Institut f. Kultur u. Ästhetik Digitaler Medien
Leuphana Universität Lüneburg

Tagungs-Programm

Do, 19.2.2015

13:30 Rolf Großmann & Malte Pelleter (Lüneburg)
Begrüßung und Einführung
»Phonographische Arbeit zwischen auditivem Realismus und Sonic Fictions«

14:00-14:30 Hans-Friedrich Bormann (Erlangen-Nürnberg)
»Farinelli, Moreschi, Farinelli. Zur Mediengeschichte des Sängerkastraten«

14:30-15:00 Christiane Quandt (Berlin)
»Literarische Erinnerungen an die mexikanischen ›radio days‹: ›Las batallas en el desierto‹ (1981) von José Emilio Pacheco«

15:00-15:30 Florian Schreiner (Berlin)
“Low Fidelity & Culture. Beyond The Valley of A Day in The Life (The Residents, 1977)”

15:30-16:00 Kaffee

16:00-16:30 Johannes Ismaiel-Wendt (Hildesheim)
»Vom Unbehagen mit dem sauberen Sound in deutschen Tonstudios«

16:30-17:00 Dominik Schrey (Karlsruhe)
»›Life has Surface Noise‹. Frühe künstlerische Reaktionen auf die Einführung der CD«

17:00-17:30 Georg Fischer (Berlin)
»Musikalische Versionierungspraktiken zwischen kultureller Konsequenz und rechtlicher Realität«

17:30-17:45 Kaffee

17:45-18:15  Sarah-Indriyati Hardjowirogo (Berlin/Lüneburg)
»Von echten Klängen zu realistischen Sounds. Realitätsbezüge in der Geschichte elektronischer Musikinstrumente«

20:00 Essen

Fr, 20.2.2015

09:30-10:00 Daniel Gethmann (Graz)
»Phonische Linien. Zur Genealogie des gezeichneten Klangs auf Schallplatte«

10:00-10:30 Maren Haffke (Bochum)
»Das Reelle und Medien akustischer Täuschung bei Friedrich Kittler«

10:30-10:45 Kaffee

10:45-11:15 Sebastian Schwesinger & Felix Gerloff (Berlin)
»Sonic Materialism? Der epistemische Zugriff auf die materielle Dimension von Klang«

11:15-11:45 Holger Schwetter (Lüneburg)
»GEMA-Alternative? Präsentation der C3S – Ziele und aktueller Stand«

11:45-12:00 Kaffee

12:00-12:30 Jochen Bonz (Innsbruck)
»Realität, Repräsentation, Interpretation: Wirklichkeitsverständnisse der Soundscape-Forschung, volkskundlicher Klangforschung und sonischer Ethnografie«

12:30-13:00 Dmitri Zakharine (London)
»Scream Queens. Treueschwur und Realitätsverlust«

13:00-13:30 Gelegenheit zum gemeinsamen Essen in der Lüneburger Mensa

13:30 Sitzung der AG »Auditive Kultur und Sound Studies«, anschließend: Ende der Tagung

Webvideo und Remix: Eine spannende Beziehung

Recht auf Remix Museum

Eintritt ins digitale Remix-Museum

Gestern ist drüben beim Forschungsblog „Webvideo Cultures“ der Universität Siegen ein kleiner Artikel von mir erschienen, in dem das Museum von Recht auf Remix und die dazugehörige Initiative vorgestellt wird. Vielen Dank dafür an Axel Volmar für die Zusammenarbeit!

Ausgangspunkt des Beitrags ist das spannende Verhältnis von Remix und Webvideo. Seitdem das Remixing Alltagspraxis ist und im Grunde jeder Mensch mit digitalen Medienmaterialien wie Musik, Bildern oder Videos hantieren, diese verändern und miteinander kombinieren kann, gibt es urheberrechtliche Probleme. Aus diesem Grund setzt sich die Initiative für eine „Remix-Schranke“ im Urheberrecht ein, die helfen soll, die Praktiken der digitalen Remix-Culture zu legalisieren. Weitere Informationen zur Initiative finden sich hier und hier und hier.