Lorenz Grünwald

Call for Papers and Participants: 1. GMM Summer Institute vom 1.-6. September in Porto

So eben erreicht mich dieser sehr interessante Call für eine Sommerschule im hübschen Porto, veranstaltet von der Gesellschaft für Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung GMM. Bewerben kann man sich bis zum 1. Juli 2015 mit erweitertem Abstract und Lebenslauf, adressiert ist das Ganze an junge Forscher auf MA-Level und höher sowie Leute aus der Praxis. Alle Infos zu Programm, Modalitäten, Thema etc. findet sich im CfP oder hier in der Ankündigung, die eine sehr spannende Veranstaltung verspricht:

GMM Summer Institute:

Media, Culture and Economic Developments for Creative Music Cities

1.-6. September 2015, Porto, Portugal

Call for participants & Papers

Die GMM freut sich, zum 1. Sommer-Institut (1. GMMSI) für Medien, Kultur und ökonomische Potenziale kreativer Musikstädte vom 1.-6. September 2015 nach Porto einladen zu können.

ZIELE // Das GMM-Sommer-Institut versammelt interessierte Musikforscher_innen, um Fragen zu ökonomischen Entwicklungen, Geschäftsmodellen und sozialen Innovationen und Konflikten im städtischen Kontext von Musikwirtschaft und Musikkultur zu erörtern. Darüber hinaus ist es Ziel, jüngeren Forscher_innen strukturierte und individuelle Hilfestellungen bei ihren Arbeiten und Kooperationsmöglichkeiten anzubieten. Die GMMSI-Formate erlauben die Interaktion mit etablierten Forschern, Entscheidern, Doktorats- und MA-Studierenden und den Aufbau von Verbindungen mit Wissenschaft und Praxis für die Zukunft. Diskutiert werden Beiträge zum 1. Jahrbuch zur Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung (2015) zur Entwicklung von Städten durch Musik, methodische und konzeptuelle Herausfor­derungen sowie aktuelle Studien zur Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung.

GEGENSTAND // Gegenstand des 1. GMMSI „Medien, Kultur und ökonomische Potenzialen der Musik(wirtschaft) in kreativen Städten“ ist die Dynamik und Internationalisierung von Werte(e)schöpfung in der Musikwirtschaft als Medien-, Kultur- und Kreativwirtschaft. Das GMMSI ist disziplinär offen für Beiträge aus z.B. Musik-, Kultur- und Medien­manage­ment, Musik-, Kultur-, Medien- und Kommunikationswissenschaft und anderen Disziplinen.

PROGRAMM // Das GMMSI kombiniert drei Elemente: Es ermöglicht Teilnehmer_innen qualifiziertes Feedback auf die eigene Arbeit und die Diskussion mit Wissenschaftler_innen und Entscheidungsträger_innen im Rahmen des Kolloquiums (1), es eröffnet über die Diskussion der Internationalisierung ausgewählter Musikwirtschaftsakteure und ausgewählter Beiträge für das 1. Jahrbuch für Musikwirtschafts- und Musikkulturforschung Einblicke in den Stand der Forschung und die Entwicklung der Werteschöpfung mit Musik (2) insbesondere im Vergleich ausgewählter (Musik-)Städte (3).

WORKING-GROUP&PANEL-COORDINATORS //

BIRKE, SÖREN: Aufsichtsratsvorsitzender Berlin Music Commission

DÜLLO, THOMAS, Univ.-Prof. Dr. Thomas: Berlin University of the Arts

HERMES, Katja: CEO Sound Diplomacy Berlin

KRETSCHMAR, OLAF: CEO Berlin Music Commission

MARTINS, LUIS GUSTAVO, Prof. Dr.: School of Arts, Catholic University of Portugal

RAUCH, MATHIAS, Dr.: Leiter Clustermanagement Musikwirtschaft Mannheim & Region

WINTER, CARSTEN, Univ.-Prof. Dr.: Hannover University of Music, Drama and Media


PROGRAMM GMMSI 2015 // VORTRAG (V) / KOLLOQUIUM (K) / CASE STUDIES/PROJEKTE (CS&P)

01.09.

Individuelle Anreise / check in im Hotel / ab 19 Uhr Get together

02.09.

09:15 – 10:00     Anmeldung
10:15 – 10:45      Begrüßung (C. Winter)
11:00 – 12:00     V 1: Strateg. Internationalisierung in der Musikwirtschaft (C. Preitauer & C. Winter)
14:00 – 18:30      CS&P1: Internationalisierung als Netzwerkstrategie (O. Kretschmar & M. Rauch)
ab 19:00               Erkundung von Musikkultur und Musikwirtschaft in Porto

03.09.

09:15 – 12:30      CS&P2: Internationalisierungsstrategien (Teil 2 v. CS&P1: S. Birke & K. Hermes)
14:00 – 18:00      K 1: Kolloquium Medien&Musik&Management
Parallel Arbeit in kurzfristig angesetzten Arbeits- und Projektgruppen

04.09.

09:15 – 12:30      CS&P3: Präsentation und Diskussion ausgewählter Jahrbuchbeiträge (M. Rauch)
Parallel: Arbeit in kurzfristig angesetzten Arbeits- und Projektgruppen
14:00 – 18:00      K 2: Kolloquium Medien&Musik&Management
CS&P4: Präsentation und Diskussion ausgewählter Jahrbuchbeiträge (M. Rauch)

05.09.

09:15 – 12:30      K 3: Kolloquium Medien&Musik&Management
14:00 – 18:00      Parallel: Arbeit in kurzfristig angesetzten Arbeits- und Projektgruppen

06.09.

09:00                    Farewell Porto Breakfast → check out / individual departure

DER NUTZEN FÜR DIE TEILNEHMERINNEN // Das GMMSI vernetzt Akteure und erlaubt Einblicke in aktuelle Forschungs-, Publikations- und Lehrprojekte und in strategische Projekte von Unternehmen, ihren Netzwerken und Städten. 2015 liegt der Schwerpunkt auf Internationalisierungsstrategien sowohl von Netzwerken und Akteuren der Musikwirtschaft sowie von (Musik-)Hochschulen und (Musik-)Städten. Teilnehmer_innen, die qualifiziertes wiss. Feedback wünschen, müssen ihr Forschungsvorhaben auf Basis eines “full papers” präsentieren. Die Präsentation reflektiert die Forschung mit Blick auf Theorie, Methode und praktische Implikationen und den eigenen Beitrag zum Forschungsstand. Um das Feedback zu verbessern werden zusätzlich fünf zentrale Fragen und Probleme in jeweils ein bis drei Sätzen formuliert und auf dem Workshop diskutiert. Aktive Mitarbeit wird von allen Teilnehmer_innen am GMMSI erwartet. Jede_r Vortragende erklärt sich zu einem qualifizierten Feedback (5 min) bereit.

TEILNEHMERGEBÜHR UND ANMELDUNG // Die Bewerbung zum Kolloquium erfolgt mit „extended abstract“ (600-800 Wörter) und Kurz-Lebenslauf bis zum 1. Juli 2015, zu senden an Lorenz Grünewald (l.gruenewald@hmkw.de). Über die Annahme wird bis zum 05. Juli 2015 entschieden. Die endgültigen Texte (ca. 3000 Worte) sind bis zum 1. August in elektronischer Form (Word) einzureichen.

Die Teilnahme am Sommer-Institut kostet 120 € (GMM-Mitglieder 50€) für Lehr- und Lernmaterialien, Snacks und Kaffeepausen. Kosten für An- und Abreise, Hauptmahlzeiten und Unterbringung tragen die Teilnehmer selbst.

Veranstaltungsort und -Übernachtung: Casa diocesana seminário de vilar, rua arcediago von zeller, 50, 4050-621 Porto – www.seminarodevilar.pt – reservierung: reservas@seminariodevilar.pt

GMMSi-Anmeldung: Christine Preitauer (christine.preitauer@gmail.com)

GMMSI-KOLLOQUIUM: Lorenz Grünewald M.A. (l.gruenewald@hmkw.de)

VERANSTALTER: GMM e.V. – verantwortlich für das GMMSI 2015: Univ.-Prof. Dr. phil. habil. Carsten Winter

Werbeanzeigen

Tagung: Die Produktivität von Musikkulturen, 14.-15. November 2014 in Kassel

Zum Tagungsblog: http://musikkulturen.wordpress.com

Die Tagung widmet sich den (Entwicklungs-)Dynamiken von Musikkulturen unter dem Diktum der Produktivität. Die Kultur wird in den letzten Jahren verstärkt aus kulturwirtschaftlicher Perspektive betrachtet. Begriffe aus der Wirtschaftswissenschaft gelangen verstärkt in kulturwissenschaftliche Diskurse und erfahrten dabei Anpassungen und Umdeutungen. Welche Bedeutungen kann der Begriff “Produktivität“ im Hinblick auf Musikkulturen annehmen und wie lassen sich diese “gewinnbringend” anwenden, um aktuelle Entwicklungsdynamiken zu beschreiben?

Die Rezeption von Tonträgermusik wurde mit der Etablierung des entsprechenden Marktes zu der vorherrschenden Konsumform von Musik. Heute hat der Zugang zu Kompositionsprogrammen, günstigen Instrumenten und digitalen Speicherformen den Konsumenten die Mittel zu musikalischer Aktivität in die Hand gegeben. Die dabei entstandene „Explosion“ kultureller Güter beeinflusst und verändert gesellschaftliche Strukturen des Konsums, der Teilnahme und Teilhabe nachhaltig. Musik ist heutzutage als Teil des Alltags omnipräsent, relevant – und zugleich „wertlos“ wie nie zuvor. Gleichzeitig entstanden im Zuge gesellschaftlicher Modernisierungsprozesse zahlreiche neue Organisationsformen von Musikkulturen, die unter Stichworten wie Szenen, Subkulturen, Musikindustrie, Kreativwirtschaft und Internet-Communitys diskutiert werden. Die Vielfalt solcher Organisationsformen ist wiederum durch die zunehmende Digitalisierung weithin sichtbar geworden. Entsprechend der These der „Demokratisierung“ der Produktionsmittel sind Musikkulturen heutzutage zugänglicher, nachvollziehbarer und dynamischer.

Häufig wird von einer erhöhten Produktivität gesprochen, aber diese kann auf verschiedene Weisen verstanden werden: beispielsweise ökonomisch als Input/Output-Verhältnis und Prozess der Herstellung sowie des Vertriebs kultureller Güter (Deutscher Bundestag 2008), durch die Integration des Kunden bzw. Fan als externen Faktors in den (Dienstleistungs-)Produktionsprozess (Maleri 1997, Lasshof 2006), als Bezugnahme auf kulturelle Beschreibungsformen von Musik z. B. hinsichtlich ästhetischer Qualität oder Zuwachs von Sinn (Groys 1992), als Wachstum und Ausdehnung der Kulturproduktion (Söndermann 2010), aber auch als Beschreibung von Neuheitsentwicklungen wie stilistischem Wandel oder der Entstehung neuer Kulturformen (Tschmuck 2012). Bei marginalen Musikkulturen mag der Schluss nahe liegen, dass sie unter einer ökonomischen Sichtweise doch eher unproduktiv sind. Aber greift solch eine Betrachtung unter Umständen nicht zu kurz?

Wer die Frage nach der Produktivität stellt, muss die Bedingungen definieren, auf welche sich diese bezieht. Während die Reflexion über die Produktion von Musik heutzutage wesentlich von politischen, künstlerischen und wirtschaftlichen Erwartungen und Anforderungen an „Kreativität“ (Reckwitz 2012) und den Anpassungsproblemen der Medienkonzerne an den technologischen Wandel bestimmt wird, bleiben unterschiedliche Eigenschaften der Musikkulturen und konstitutive Elemente der Schematisierung und Kommerzialisierung weitgehend unberücksichtigt.

Die Tagung möchte entsprechende Produktivitätsverständnisse und Organisationsformen von Musikkulturen vor dem Hintergrund soziologischer, kulturökonomischer und musikwissenschaftlicher Expertise vorstellen und diskutieren. Die Relevanz der Tagung liegt dementsprechend im Herausarbeiten von Produktivitätsdefinitionen sowie in der Erweiterung des Produktivitätsbegriffs am Beispiel von emergenten und etablierten Musikkulturen begründet. Die Beiträge der Tagung werden in einem Sammelband veröffentlicht.

Programm:

Freitag, 14.11.2014

Ab 13.00 Uhr
Empfang und Registrierung (Foyer des Konzertsaals)

13.30 Uhr
Grußwort des geschäftsführenden Direktors des Instituts für Musik,
Jan Hemming (Universität Kassel)

14.00 Uhr
Panel 1: Theoretische Konzeptionen des Produktivitätsbegriffs,
Moderation: Dennis Mathei (Ruhr-Universität Bochum)

Produktivität der Musik? Soziologische Kritik eines Begriffes:
Glaucia Peres da Silva (Universität Duisburg-Essen)

Herausforderungen der Konzeptualisierung der Produktivität von Musikkultur:
Aljoscha Paulus und Carsten Winter (Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover)

15.30 Uhr
Kaffeepause (Foyer des Konzertsaals)

16.00 Uhr
Panel 2: Fallbeispiele
Moderation: Holger Schwetter (Leuphana Universität Lüneburg)

Novellierungsmüdigkeit im Rahmen der aktuellen Praxis der Bundesförderung von ,Zeitgenössischer Musik‘,

Hendrik Neubauer (Universität Kassel)

YouTuber und YouTube-Musiker, Lorenz Grünewald (Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft Berlin) und Joachim Haupt (Universität der Künste Berlin)

17.30 Uhr
Kurze Kaffeepause (Foyer des Konzertsaals)

17.45 Uhr
Panel 3: Urheberrecht und Produktivität, Moderation: Jan Hemming (Universität Kassel)

Von einer Frage des Kontexts und der Aura zu einer Frage der Transformativität:
Die gegenwärtige deutsche Urheberrechtsprechung und Mashup
Frédéric Döhl (Freie
 Universität Berlin)

Vom pragmatischen Umgang unabhängiger Musiker mit dem Urheberrecht
Holger Schwetter (Leuphana Universität Lüneburg)

20.15 Uhr Abendessen

 ______________

Samstag, 15.11.2014

09.30 Uhr
Panel 4: Kreativität und Produktivität
Moderation: Hendrik Neubauer (Universität Kassel)

Kreativität der Umgehung oder Umgehung der Kreativität?
Georg Fischer (Freie Universität Berlin)

Post-Kreativismus: Zur (Re-)Produktionslogik der (Berliner) Techno-Szenewirtschaft
Jan-Michael Kühn (Technische Universität Berlin)

11.00 Uhr
Kurze Kaffeepause (Foyer des Konzertsaals)

11.15 Uhr
Panel 5: Produktivitätsdynamiken,
Moderation: Jan-Michael Kühn (Technische Universität Berlin)

Wer gewinnt, verliert: Populäre Musik und Konsekration
Jonathan Kropf (Universität Kassel)

Über die Inputfaktoren der Nischenmusikproduktion
Dennis Mathei (Ruhr-Universität Bochum)

12.45 Uhr
Mittagsimbis (Foyer des Konzertsaals)

13.15 Uhr
Abschlussdiskussion
Moderation: Holger Schwetter (Leuphana Universität Lüneburg)

14.00 Uhr Schluss

Klanginstallation: Untitled. – Über Bedroom Producer und Strategien der künstlerischen Selbstvermarktung.
Ein Radiofeature von Marcus Glahn, Bauhaus-Universität Weimar 2014. An beiden Tagen in Raum 1012.

Veranstaltungsort: Universität Kassel, Institut für Musik (IfM), Konzertsaal (Untergeschoss),

Mönchebergstr. 1, 34125 Kassel

Anfahrt: Tram-Linien 3/6/7 bis ,Katzensprung‘ oder Bus-Linie 10 bis ,Mönchebergstraße‘

Tagungsbüro: Universität Kassel, Institut für Musik (IfM), Raum 2023 (2. Etage),

Mönchebergstr. 1, 34125 Kassel. Telefon: 0561 804-4799