Internet

Neue Publikation: „Originalität und Viralität von (Internet-)Memes“

Mein guter Freund und Kollege Lorenz Grünewald-Schukalla und ich interessieren uns schon länger für die Entstehung und Verbreitung von Memes. Umso mehr freuen wir uns, dass wir diese Woche eine neue wissenschaftliche Publikation zum Thema „Originalität und Viralität von (Internet-)Memes“ als Sonderausgabe bei  „kommunikation @ gesellschaft“ vorlegen können.

Gemeinsam mit Michael Servatius organisierten wir 2016 eine sehr produktive und spannende Tagung mit dem Titel „One does not simply“ am Graduiertenkolleg „Innovationsgesellschaft heute“ der TU Berlin, auf der einige Beiträge der Sonderausgabe bereits präsentiert und diskutiert wurden. Das Vorhaben, eine eigene Sonderausgabe bei „kommunikation @ gesellschaft“ zu veröffentlichen, wurde von Jan Schmidt und seinen Kolleg:innen von Anfang an unterstützt und während des gesamten Prozesses sehr produktiv begleitet.

Es ist toll, dass wir zehn hervorragende Beiträge unserer Kolleg:innen zu diesem Thema veröffentlichen können, alle mit eigener Perspektive, Theorie und Methode in Bezug auf das Phänomen, online wie offline. Die Beiträge sind als Open Access-Artikel bei SSOAR gehostet und entsprechend leicht als PDFs zugänglich.

Georg Fischer und Lorenz Grünewald-Schukalla (Hrsg.): Originalität und Viralität von (Internet-)Memes

Georg Fischer (Berlin), Lorenz Grünewald-Schukalla (Berlin/Hannover)
Editorial: Originalität und Viralität von (Internet-)Memes (pdf)

Aufsätze:

Lorenz Grünewald-Schukalla (Berlin/Hannover), Georg Fischer (Berlin)
Überlegungen zu einer textuellen Definition von Internet-Memes (pdf)

Stephanie Dreyfürst (Frankfurt am Main)
Vom Emblem zum Meme. Oder wie aus einem gelehrten Zeitvertreib der Frühen Neuzeit ein Internetphänomen der Gegenwart wurde (pdf)

Jana Herwig (Wien)
Viralität als Sonderfall. Über Selfies, Serialität und die Wahrscheinlichkeit der Kommunikation im Social Web (pdf)

Michael Johann (Passau), Lars Bülow (Salzburg)
Die Verbreitung von Internet-Memes. Empirische Befunde zur Diffusion von Bild-Sprache-Texten in den sozialen Medien (pdf)

Simon Moebius (Lüneburg)
Humor und Stereotype in Memes. Ein theoretischer und methodischer Zu-gang zu einer komplizierten Verbindung. (pdf)

Sascha Oswald (Hildesheim)
„Try not to cry“ – Memes, Männlichkeit und Emotionen. Zur Entstehung von Affektstrukturen in digitalen Bildpraktiken (pdf)

Sebastian Baden (Mannheim)
Der „Memplex“ Terrorismus (pdf)

Essays:

Giannina Herion (Berlin)
Belanglose Bilder – Vom Viral zum Internet-Mem (pdf)

Konstantin Hondros (Duisburg)
Zwischen Realität und Virtualität – Memet_innen im Schwebezustand des Doing Meme (pdf)

Interview:

Oskar Piegsa (Hamburg), Lorenz Grünewald-Schukalla (Berlin)
WANN IST EIN MEME EIN MEME? Ein E-Mail-Austausch anlässlich der plötzlichen Popularität des Run-DMC-Logos (pdf)

Advertisements
© R.B. / PIXELIO

Podiumsdiskussion: “Original oder Kopie? Ein Grenzgang” am 1. Juli 2013 in Berlin

Nächste Woche findet eine Podiumsdiskussion zum Thema „Original oder Kopie? Ein Grenzgang“ statt. Neben Susanne Binas-Preisendörfer (Professorin für Musik und Medien, Uni Oldenburg) und Philipp Theison (Professor für Literatur- und Kulturwissenschaft, ETH Zürich) sind auch Jan Kühn (Berlin Mitte Institut / Institut für Soziologie, TU Berlin) und Georg Fischer (Jäger und Sampler / ebenfalls Institut für Soziologie, TU Berlin) als Diskutanten eingeladen. Organisiert wird die Diskussion von der Bundeszentrale für politische Bildung (BPB) und der Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB).

Jan befasst sich schon seit längerer Zeit mit der Berliner Technokultur im Sinne einer „Szenewirtschaft“ und hat seine ethnographische Diplomarbeit zum Thema „Wie entsteht Neues bei der Produktion elektronischer Tanzmusik in Homerecording-Studios? geschrieben. Meine eigene, eher soziohistorisch angelegte Diplomarbeit, die im April 2013 abgegeben wurde und derzeit beurteilt wird, hatte „Kreativität und Innovation des Samplings“ zum Thema (eigener Blogeintrag folgt).

Ich bin mir sicher, dass sich eine spannende und aktuelle Diskussion entwickeln wird, die sich vermutlich vor allem um das Verhältnis von Kopie und Original, von Kreativität und Inspiration in der Musik und der Kunst drehen wird. Die Praktiken Sampling, Remixing, Blends und Mashups sind ja zentrale oder zumindest relevante Bestandteile vieler Genres der Popmusik, führen aber oftmals zu juristischen Problemen durch Urheberrechtsverletzungen oder zu Lizenzierungs- und Finanzierungsschwierigkeiten. Auch und gerade diese Probleme werden sicherlich Teil der Diskussion sein. Die Veranstaltung ist übrigens öffentlich und frei für alle Interessierten, um Anmeldung wird gebeten (siehe unten).

Aus dem Ankündigungstext:

Themenzeit: “Original oder Kopie? Ein Grenzgang” – Kunst ohne Limit. 
Wo ist die Grenze zwischen Kunst und Kopie?

Bestehendes dient oft als Vorlage für Neues. Doch wie verhält es sich damit in der Kunstszene? Wann kann ein Kunstprodukt Originalitätsanspruch erheben und wann wird es zum Plagiat? Auch in der Musikbranche ist es üblich, Musikstücke umzuformulieren, um daraus etwas Neues zu schaffen. Die wohl bekanntesten Beispiele hierfür sind das Sampling und das Mash-Up. Aber ab wann ist die künstlerische Eigenleistung nicht mehr gegeben, wann werden Urheberrechte verletzt und gibt es in der Künstlerszene einen Ehrenkodex, der sich mit dem respektvollen Umgang bestehender Kunstwerke auseinandersetzt? Im Gespräch mit Prof. Dr. Susanne Binas-Preisendörfer, Autorin der Studie zur Populärmusik “Klänge im Zeitalter ihrer medialen Verfügbarkeit”, Georg Fischer, DJ und Initiator der Radioshows “Basement Garage” und “Jäger und Sampler” und dem Soziologen Jan-Michael Kühn (DJ Fresh Meat) wird der Kultur- und Literaturwissenschaftler Dr. Philipp Theisohn diesen Fragen nachgehen und Wege aus dem Dilemma diskutieren.

Die Veranstaltungsreihe “Themenzeit” wird von der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb in Kooperation mit der Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) durchgeführt und und richtet sich an alle politisch interessierten Bürgerinnen und Bürger. Monatlich erhält das Publikum unweit des Checkpoint Charlie die Möglichkeit, bekannte Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und Kultur persönlich kennenzulernen und mit ihnen aktuelle gesellschaftliche Themen zu diskutieren. Die sechste Ausgabe findet begleitend zu dem Themenraum “Original oder Kopie?” statt, der vom 2. Juli bis zum 1. August in der Amerika-Gedenkbibliothek eingerichtet ist. (Quelle BPB)

1.7.2013, 19-20:30 Uhr in der Bundeszentrale für politische Bildung, Friedrichstraße 50, 10117 Berlin, 4. Stock. 

Anmeldung bei Mahyar Nicoubin, Tel: 030-254504-429 oder E-Mail: mahyar.nicoubin@bpb.bund.de. 

Alle Infos gibt es auch hier.

© R.B. / PIXELIO

© R.B. / PIXELIO