The Isolated Cinema

Vor kurzem fand das Göteburg Film Festival statt. Wegen der Pandemie haben die sich was Spezielles überlegt: Nämlich einen Wettbewerb und die glückliche Gewinnerin darf/muss/kann eine Woche ganz alleine auf einer einsamen Insel etwa 60 Festivalfilme schauen.

Finde ich als PR-Aktion gelungen und gleichzeitig sehr mutig – inmitten einer nahezu globalen Pandemie das Prinzip der Verknappung (von Gästelistenplätzen) ins Extreme zu steigern und nur eine einzige Person zuzulassen. Denn Vereinsamung ist derzeit sicher kein allzu knappes Gut.

Wenn man allerdings bedenkt, wieviele Menschen im Mittelmeer festhängen, sterben, zu gefährlichen Überfahrten gezwungen sind, sich alleine ohne Familie durchschlagen müssen, dann hat die Aktion auch etwas sehr Zwiespältiges. Sich freiwillig und aus Unterhaltungsgründen so einer extremen Situation auszusetzen, das ist ein großes Privileg.

Interessant finde ich die Vermarktung des Bewerbungsaufruf in Thriller-Horror-Atmosphäre. Das Video ist gut durch die Blogs und Social Media gegangen (siehe auch hier) und hat sich so ordentlich verbreitet.

Die glückliche Gewinnerin, eine filmbegeisterte Krankenschwester namens Lisa Enroth, hat sich gegen 12.000 andere Bewerbungen durchgesetzt und eine Woche lang vollkommen isoliert auf einer einsamen Insel mit Filmen verbracht. Hut ab!

Und es geht weiter: Mit „The Deserted Arena“ und „The Empty Cinema“ gibt’s diese Saison zwei weitere solche Wettbewerbe. Ob sich Enroth erneut auf solche einsamen Erfahrungen einlassen würde, ist mir indes nicht bekannt.