New York City 1937 in Farbe

Faszinierendes Farbvideo von New York City aus dem Jahr 1937, das offensichtlich von einem alten Kodak-Farbfilm stammt. Da hat ein – vermutlich vermögender – Mensch um Weihnachten herum einen Ausflug an den Big Apple gemacht und das Ganze dokumentiert. Bei Youtube sind die besuchten Orte mit Zeitmarken hinterlegt. Sehenswert!

Remixing Mona Lisa

Ich vermute, die „Cover Version“ bezieht sich hierauf.

[via ClassicFM]

Filmtipp: „Prohibition – Eine amerikanische Erfahrung“

Im Jahr 1920, also vor genau hundert Jahren, wurde in den USA die Alkoholprohibition eingeführt. 13 Jahre später wurde sie dann auch schon wieder abgeschafft. Aufstieg und Fall des Gesetzes erzählt eine eine empfehlenswerte Dokumentation aus der ARTE-Mediathek, die in fünf Teilen die kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Bedingungen und Auswirkungen aufarbeitet. Die dreiteilige Fassung im US-amerikanischen Original kam 2011 heraus, ich habe sie vor ein paar Jahren ausschnittsweise gesehen (Teil 1 und 2 davon sind auf Youtube zu finden, Teil 3 irgendwie nicht).

Mir ist beim Anschauen bewusst geworden, wieviel aus der damaligen Zeit in der zeitgenössischen Popkultur weiterlebt: Über Nacht wurde die Praxis des Alkoholtrinkens ja illegal, was zahlreiche Amerikaner:innen zu Gesetzesspötter:innen machte, denn sie mussten auf illegale Flüsterkneipen („speakeasies“) ausweichen, den Alkohol aus illegalen Quellen beziehen bzw. selbst illegal vertreiben und schmuggeln, sich allerlei Verstecke und Strategien ausdenken, um nicht mit dem Gesetz in Konflikt zu kommen.

Zwar hielt sich die Mehrheit an das neue Gesetz, aber das Halbseidene, das Verborgene, das Illegale erfuhren durch die vergleichsweise schlecht zu rechtfertigende komplette Alkohol-Illegalisierung eine starke Aufwertung. Daneben wurde die Nachfrage nach Alkohol durch Banditen und Gangs gedeckt, was das Geschäft im Untergrund, die „organisierte Kriminalität“ beflügelte. Meiner Meinung nach lebt das bis in die heutige Popkultur weiter, wo das Knappe, das schwer Erreichbare und auch das untergründig Angesagte als besonders verkauft und vermarktet wird.

Wer sich die fünf Teile ansehen will: Diese sind noch bis Ende Januar 2021 in der ARTE-Mediathek verfügbar.

[via Dokuliebe]

Fresh from the Press: „Tipping Points. Interdisziplinäre Zugänge zu neuen Fragen des Urheberrechts“ (Nomos, 2020)

Vor Kurzem ist beim Nomos Verlag eine Publikation erschienen, für die ich als Co-Herausgeber fungiert und als Autor selbst einen Beitrag verfasst habe. Das Buch steht als gedruckte Version im Buchhandel zur Verfügung sowie als kostenloses Open Access-PDF (DOI). Der Band geht auf die Zusammenarbeit des Fachausschusses „Urheberrecht“ der GMM und des Weizenbaum-Instituts zurück. In meinem Beitrag untersuche ich verschiedenen wissenschaftliche Schattenbibliotheken und frage, was diese für das derzeitige Publikationswesen in der der Academia bedeuten.

Daneben gibt es eine Reihe von rechts-, sozial- und kulturwissenschaftlichen Beiträgen zu aktuellen Entwicklungen in Kunst und Recht (zum Sampling gibt es ganze vier Beiträge). Hier das vollständige Inhaltsverzeichnis inklusive Links:

Vor etwa hundert Jahren: Portable Plattenspieler

1924 patentierten zwei ungarische Brüder einen Taschenplattenspieler namens „Mikiphone„, mit dem sich Schelllackplatten abspielen ließen. Der kommerzielle Erfolg war nicht offenbar nicht besonders groß, drei Jahre später wurde die industrielle Produktion schon wieder gestoppt. Trotzdem – oder gerade deswegen – ein interessantes Artefakt aus der Technikgeschichte der Musikindustrie. Über die drei Bilder bin ich in einem Tumblr gestolpert, das Video zeigt, wie sich das Mikiphone bedienen lässt.