In the Mix: Jay Daniel “Broken Knowz”

Jay Daniel - (c) Devin Williams

Jay Daniel – (c) Devin Williams

Detroit ist nicht nur der Name einer US-amerikanischen Industriestadt mit bewegter Vergangenheit und unsicherer Zukunft, sondern steht in Musikkreisen auch für ein Bündel an verschiedenen Stilen bzw. Genres. So sind zum Beispiel das legendäre Soullabel Motown, Hip Hop-Produzenten wie J-Dilla oder auch die Technopioniere Underground Resistance eng mit dieser Stadt verbunden.

Auch Jay Daniel stammt aus der Motorcity. Der erst 25 Jahre junge Mann hat in den letzten Jahren schon einige Singles im Bereich House und Techno veröffentlicht. Sein Debütalbum „Broken Knowz“ erscheint Ende November auf dem Ninja Tune-Sublabel Technicolour und auch wenn ich nicht sagen würde, dass es die oben genannten Stile vereint, hält es sich doch irgendwie an den Rändern verschiedener Genres auf und ist dabei bemerkenswert vielseitig.

Das geht schon damit los, dass es eindeutig Technoeinflüsse rezipiert, aber nicht den richtigen Schwung für ein klassisches Techno-Album aufnimmt. Und das ist nicht abwertend gemeint. Die fehlende Härte, Wucht und Lautheit werden durch warme Synthieflächen, verspielte Melodien und multirhythmische Pattern ersetzt, was auf den Konsum von massenweise Soul, Funk und vielleicht Reggae schließen lässt.

Jay Daniel gibt seinen Jams genügend Groove, aber überfrachtet sie nicht. Er hält sie easy und leicht, wie ein ewiges Intro. Oder wie ein Zug, der unaufdringlich durch herbstliche Landschaften düst: Elemente faden rein und wieder raus, verändern langsam, aber stetig ihre Kontur; Täler und Industriegebiete ziehen an einem vorbei, mal deutlich im Vordergrund, mal zart im Hintergrund, aber alles passiert in sehr unaufgeregter, aufgeräumter Stimmung.

„Broken Knowz“ zeigt, dass sich Techno und Soul nicht ausschließen müssen. Ein absolut empfehlenswertes Album für alle, die sich für die smoothe Fusion von Genres interessieren. Leider ist bei Bandcamp derzeit nur ein Bruchteil des Albums freigeschaltet; immerhin geben die zwei Tracks einen validen Vorgeschmack auf das Album. Bei npr.org gibt’s das ganze Album Vorab-Stream.

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