So what?

Dieser Blog ist für alles gedacht, was mit Digging und Sampling in engerem und weiterem Sinne zu tun hat und an alle diejenigen gerichtet, die sich dafür interessieren. An alle Plattenliebhaber, DJs, Musiker, Crate-Diggers und Funk-Lovers, Bedroom-Producer und Rumschrauber, also an alle, die sich für Musik interessieren und dafür, wie sich gemacht wird und was sie mit uns macht.

Daneben ist dieser Blog aber auch für alle, die mehr über’s Sampling als universale Kulturtechnik wissen wollen, denn als „Cut+Paste“-Prinzip findet es sich in Literatur, Wissenschaft, Mode, Kunst, Filmen, Theater, beim Programmieren und auch in der Gentechnik. Überall dort, wo etwas Bereits Vorhandenes ausgeschnitten, möglichenfalls verändert und schließlich in einem neuen Kontext eingefügt wird, findet Sampling statt.

Um zu Sampeln braucht man also etwas Vorhandenes, etwas, das bereits von jemandem geschaffen wurde und auf das man zurückgreifen kann. Digging ist die Leidenschaft, nach diesem Vorhandenen im musikalischen Bereich zu suchen, alte, obskure, vergessene, seltene oder irgendwie besondere Schallplatten aufzutreiben, in Ramschkisten auf Flohmärkten danach zu graben (daher „Digging in the crates“), sie zu jagen und zu sammeln, zu archivieren und zu pflegen, damit anzugeben, mit Gleichgesinnten über sie zu fachsimpeln und sie dann möglicherweise neu zu verwenden.

Für gesamplete wie auch samplende Künstler wirft dies natürlich eine Menge Fragen auf wie beispielsweise:

Was ist Inspiration und was Diebstahl? Was ist noch Zitat und was schon Plagiat?

Hilft das gegenwärtige Urheberrecht dem Künstler oder beschränkt es?

Ist das ein Re-Mix? Eine Collage? Oder ein Cover? Vielleicht ein „Mash-Up“?

Was bedeutet „Intertextualität“? Hat die Helene Hegemann jetzt geklaut oder nicht?

Wie funktioniert Sampling? Wie arbeiten Musiker und andere Künstler? Und wie sieht’s bei leidenschaftlichen Sammlern zu Hause aus?

Dieser Blog soll helfen, Antworten auf entscheidende Fragen zu finden und wichtige Begriffe in einem Glossar zu zusammenzufassen. Natürlich werde ich auch auf interessante Projekte aufmerksam machen, die sich mit dem Sampling und Digging kreativ, kritisch, wissenschaftlich, oder journalistisch auseinandersetzen wie beispielweise Bücher, Artikel, Filme,  Fernseh- und Radiosendungen, Internetseiten, Ausstellungen und Kunstwerke und alles andere, was sich so auftreiben lässt. Auch Musikstücke, aus denen gesampled wurde oder die mit Samples produziert wurden, sollen vorgestellt werden.

Und warum das alles? Zuallererst bin ich natürlich auch einer dieser Plattenjäger und -sammler, die nicht genug bekommen können vom „Schwarzen Gold“. Als DJ versuche ich auch meine musikalischen Einflüsse unter’s Volk zu bringen, aber weil ich das Thema auch wissenschaftlich und journalistisch interessant finde, setze ich mich noch ein wenig intensiver damit auseinander: Zur Zeit arbeite ich an zwei Projekten (beide namens „Jäger und Sampler“), in denen ich mich mit dem Sampling als Kulturtechnik beschäftige und deren Recherchen die Grundlage für diesen Blog bilden. Zum Einen bereite ich momentan meine Diplomarbeit vor, in der ich Zitations- und Publikationstechniken in Musik und Wissenschaft miteinander vergleichen will. Das andere Projekt ist eine abgeschlossene Radiosendung auf bln.fm, die im September 2010 beginnt und deren sechs Folgen im monatlichen Rhythmus gesendet werden. Natürlich kann ich in diesen beiden Projekten nicht alles verwenden, was ich bemerkenswert finde, denn das Material ist recht umfangreich. Dieser Blog ist aber auch keine „Abfallverwertung“, wo der ganze nicht verbrauchte Kram verbraten wird. Vielmehr sollen Blog, Radiosendung und Diplomarbeit Hand in Hand miteinander gehen und gegenseitig voneinander profitieren. Mir hilft das, meine eigene Arbeit zu strukturieren und natürlich hoffe ich auch, dass ihr Spaß an meinem Blog findet! Ich freu mich auf Eure Kommentare, Anregungen und Hinweise!

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